Wasser ist nicht gleich Wasser

Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser, Tafelwasser – bei der großen Vielfalt fällt es oft schwer, sich für eines zu entscheiden. Doch worin unterscheiden sich die verschiedenen Arten von Trinkwasser eigentlich?

Wassergläser © Thinkstock
Wasser ist für uns unverzichtbar, das steht fest. Ohne es können wir nur wenige Tage überleben. Doch zu welchem Wasser sollte man greifen, um seinem Körper das für ihn so lebensnotwendige Nass zuzuführen – normales Leitungswasser, Quellwasser, Mineralwasser oder doch besser Heilwasser? Wir stellen Ihnen die verschiedenen Wasserarten einmal vor.

Trinkwasser (Leitungswasser)

Trinkwasser ist laut Trinkwasserverordnung „Wasser für den menschlichen Gebrauch“ – also unser Wasser aus der Leitung. Es dient in seinem natürlichen Zustand oder nachdem es aufbereitet wurde zum Trinken, aber auch zu anderen Zwecken wie der Zubereitung von Speisen und Getränken oder der Körperpflege. Trinkwasser wird sowohl aus Grundwasser als auch aus Quellwasser sowie Wasser aus Flüssen, Seen und Talsperren (Oberflächenwasser) gewonnen.

Die Aufbereitung des Trinkwassers muss strenge gesetzliche Anforderungen erfüllen. Zudem unterliegt unser Trinkwasser ständigen Kontrollen durch den Wasserversorger und die zuständigen Behörden, weshalb es ohne Bedenken getrunken und zur Zubereitung von Babynahrung benutzt werden kann. Vorsicht ist jedoch bei Wasserrohren aus Blei oder Kupfer geboten, die in älteren Häusern (vor 1973) vorkommen können. Denn Blei und Kupfer können sich im Wasser lösen und so die Gesundheit belasten.

Natürliches Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser gewinnen die Hersteller aus natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen, deren Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen liegt. Anschließend füllen sie es direkt am Quellort ab.

Mineralwasser entsteht aus Regenwasser, das durch Spalten und Risse im Boden in die Tiefe sickert. Das kann manchmal mehrere Jahrzehnte dauern. Auf seinem Weg ins Erdinnere wird das Wasser durch Gesteinsschichten, Kies und Sand sowie Mikroorganismen gereinigt. Zudem nimmt es dabei aus den verschiedenen Gesteinsschichten Mineralstoffe auf. Je nach Art des Gesteins und des Bodens in der Region variiert die Zusammensetzung der Mineralien und Spurenelemente im Wasser. Chlorid im Wasser zeugt beispielsweise von unterirdischen Salzvorkommen, Sulfat von besonders gipshaltigen Böden.

Unser Körper kann Mineralstoffe und Spurenelemente nicht selbst herstellen. Er braucht sie jedoch für viele wichtige Funktionen – zum Beispiel für die Regulierung des Säure-Basen-Haushalts (Natrium), für den Aufbau von Knochen und Zähnen (Kalzium), für die Verdauung (Chlorid) und für die Übertragung von Reizen in den Muskelzellen (Magnesium).

Die individuelle Mischung der Mineralstoffe und Spurenelemente wirkt sich auch auf den Geschmack des Wassers aus: Magnesium soll zum Beispiel leicht metallisch schmecken, Sulfat das Wasser abhängig von seiner Konzentration süßlich bis leicht bitter machen und die Kombination aus Natrium und Chlorid einen salzigen Geschmack ergeben. Früher musste Mineralwasser mindestens 1000 Milligramm Mineralstoffe pro Liter enthalten. Diese Vorschrift gilt seit 1980 jedoch nicht mehr.

Natürliches Mineralwasser bedarf als einziges Lebensmittel einer amtlichen Anerkennung und wird ständig kontrolliert – sowohl von der Lebensmittelüberwachung der Behörden als auch vom Hersteller selbst. Das Wasser dürfen die Hersteller nur in geringem Maße aufbereiten – zum Beispiel, indem sie Kohlensäure zusetzen oder entfernen oder Eisen und Schwefel entziehen.

Heilwasser

Auch Heilwasser stammt aus unterirdischen, reinen Quellen und wird direkt vor Ort abgefüllt. Es unterscheidet sich von natürlichem Mineralwasser jedoch darin, dass ihm eine heilende, lindernde oder vorbeugende Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen werden muss. So kann zum Beispiel Wasser mit einem hohen Sulfatgehalt bei Verdauungsproblemen helfen, viel Kalzium Osteoporose vorbeugen und magnesiumreiches Wasser Muskelverspannungen und Kopfschmerzen lindern.

Da Heilwasser als Arzneimittel vermarktet wird, unterliegt es dem Arzneimittelgesetz und bedarf dementsprechend einer amtlichen Zulassung. Im Normalfall darf Heilwasser auch dauerhaft getrunken werden.

Quellwasser

Quellwasser wird wie Mineralwasser aus natürlich oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen und direkt am Ort der Quelle abgefüllt. Jedoch verlangt die Bezeichnung Quellwasser keine amtliche Anerkennung und unterliegt deshalb auch nicht den gleichen strengen Prüf- und Nachweisverfahren wie natürliches Mineralwasser. Außerdem müssen die Hersteller die Quellen, aus denen das Wasser stammt, nicht vor Verunreinigungen schützen. Ansonsten erfüllt Quellwasser jedoch die gleichen Kriterien wie Trinkwasser – das heißt, es ist geschmacksneutral und nicht gesundheitsschädlich.

Tafelwasser

Tafelwasser bekommen Gäste häufig in Cafés und Restaurants serviert. Bei dieser Art von Wasser handelt es sich um kein reines Naturprodukt, denn es wird industriell hergestellt – aus Trinkwasser und Mineralwasser sowie weiteren Zutaten wie Mineralsalzen, Natursole, Meerwasser oder Kohlensäure. Für das Mischverhältnis von Trinkwasser und Mineralwasser gibt es dabei keine gesetzlichen Vorschriften.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.05.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: aid: Verschiedene Wassersorten: Ist Wasser gleich Wasser?
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Die ernährungsphysiologische Bedeutung von Wasser
  • Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM)
  • Broschüre der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser (IDM): Deutsches Mineralwasser. Vielfältig wie das Leben
  • Mineral- und Tafelwasser-Verordnung
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