Wermut – Heilpflanze bei Verdauungsstörungen

Die Heilpflanze Wermut wird bei Verdauungsstörungen, krampfartigen Beschwerden und Blähungen verwendet. Wermut wirkt außerdem appetitanregend und lindert Völlegefühle. Der Saft der Heilpflanze wird zur Herstellung von Absinth und Weinaperitifs genutzt.

Wermut © Thinkstock
Der Wermut ist ein verzweigter Halbstrauch, der Wuchshöhen von bis zu 1,20 Meter erreicht. Die ganze Pflanze riecht aromatisch. Die zwei- bis dreifach fiederteiligen Laubblätter sind weißgrau und an beiden Seiten seidig behaart. Die kleinen, körbchenförmigen Teilblütenstände mit vielen (20 bis 25) Blüten befinden sich in rispigen Blütenständen. Die gelben Blüten sind etwa 1,25 Millimeter lang. Als Früchte werden längliche Achänen ohne Federkrone gebildet. Medizinisch verwendet werden die zur Blütezeit gesammelten Blüten, oberen Sprossteile und Laubblätter.

Wermut, vor allem der Wermutsaft, wird zur Herstellung von Absinth und Weinaperitifs (Vermouth) verwendet. In der Vergangenheit wurde Absinth insbesondere wegen des in Wermut enthaltenen Nervengifts Thujon eine schädigende Wirkung zugeschrieben. Der Absinthschnaps wurde dann in den meisten Ländern verboten. Im Zuge der Angleichung der Rechtsvorschriften innerhalb der EU ist die Verwendung von thujonhaltigen Spirituosen bei Einhaltung bestimmter Höchstgrenzen wieder erlaubt.

Wermut ist mit den als Küchengewürzen bekannten Estragon (Artemisia dracunculus) und Beifuß (Artemisia vulgaris) verwandt.

Deutscher Name
: Wermut
Botanischer Name: Artemisia absinthium L.
Familie: Korbblütler (Asterceae = Compositae)
Blütezeit: Juli bis September
Herkunft: Europa, Teile Asiens, Nordafrika und Nord- und Südamerika

Anwendungsgebiete von Wermut

Wermut © GNU, CCWermut mit Blüten
Tee:
1 halber Teelöffel (ein Teelöffel entspricht zirka 1,5 Gramm) wird mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Zur Appetitanregung eine Tasse frisch bereiteten Tee eine halbe Stunde vor dem Essen, zur Förderung des Gallenflusses nach dem Essen trinken.
Tagesdosis: 2 bis 3 Gramm getrocknetes Wermutkraut.

Nicht in höherer Dosierung oder über längere Zeit anwenden!

Wirkungen

Vor allem die Blüten enthalten ein ätherisches Öl, das aus verschiedenen Mono- und Sesquiterpenen zusammengesetzt ist und sehr bitter schmeckende Sesquiterpenlactone, zum Beispiel Absinthin und Artabsin. Das im ätherischen Öl enthaltene, schwer wasserlösliche Thujon wirkt in höheren Dosierungen oder längerem Gebrauch als Krampfgift und findet sich in alkoholischen Auszügen in höherer Konzentration. Wermutkraut wird auch zur Aromatisierung von Magenbittern oder Aperitifs (Wermutwein) verwendet. Hierzu werden thujonarme Öle zum Beispiel aus dem Römischen Wermut (A. pontica) bevorzugt.

Hinweis

Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Nicht in höherer Dosierung oder über längere Zeit anwenden!

Nicht geeignet zur Behandlung von Magen-Darmbeschwerden, die durch eine übermäßige Säureproduktion verursacht werden (zum Beispiel Magengeschwür).

Bei Gallensteinleiden können durch die Anregung des Gallenflusses Koliken ausgelöst werden.

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder periodisch wiederkehren, wird ein Arztbesuch empfohlen.

Das im ätherischen Öl des Wermutkrauts enthaltene Thujon wirkt in höherer Dosierung als Krampfgift. Vergiftungserscheinungen äußern sich in Erbrechen, starken Durchfällen, Harnverhalt, Benommenheit und Krämpfen.

Nicht mit Arzneimitteln einnehmen, die die Krampfschwelle erniedrigen können, wie zum Beispiel tricyclische Antidepressiva, Trazodon oder Phenothiazine.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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