Sennesblätter – Heilpflanze bei Verstopfung

Die Früchte und Blätter der Heilpflanze Senna wirken abführend bei Verstopfung. Die Sennesfrüchte wirken milder als die Blätter. Senna kann sowohl heiß als Tee getrunken werden als auch als Kaltwasserauszug. Jedoch sollte die Heißwassermethode bevorzugt werden.

Sennesblätter © GNU, CC
Die Indische Senna ist ein bis zu 2 Meter hoch wachsender Strauch. Die paarig gefiederten Blätter sind oval-lanzettlich geformt. Die gelben Blüten stehen in aufrechten Trauben, die Früchte sind nierenförmige Schoten und tragen 7 bis 10 Samen. Die Indische Senna ist in Aussehen und Inhaltsstoffen eng verwandt mit der Ägyptischen Senna (Alexandriner Senna, Cassia acutifolia Delile = Cassia senna L.). Medizinisch verwendet werden die Früchte und die Blätter.

Deutscher Name
: Sennespflanze
Botanischer Name: Cassia angustifolia
Familie: Caesalpiniaceae (Johannisbrotgewächse)
Herkunft: Nord-, Mittel- und Südamerika

Anwendungsgebiete von Sennesblätter

Dosierung und Anwendung von Sennesblätter

Sennesblätter © GNU, CCSenna mit Blüten und Früchten
Tee:
0,5 bis 1 Teelöffel zerkleinerte, getrocknete Sennesblätter (etwa 0,7 bis 1,5 Gramm) oder Sennesfrüchte (etwa 1 bis 2 Gramm) werden mit 150 Milliliter heißem (nicht kochendem!) Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Es kann auch ein Kaltwasserauszug bereitet werden, der verträglicher sein soll. Dazu setzt man die gleiche Menge mit kaltem Wasser an und lässt den Sud 10 bis 12 Stunden (Früchte: 2 bis 3 Stunden) lang ziehen. Da ein Kaltwasserauszug aber stark verkeimen kann, sollte die Heißwassermethode vorgezogen werden. Morgens und/oder abends eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. Die Wirkung setzt nach 8 bis 12 Stunden ein.

Fertigarzneimittel:
Mittlere Tagesdosis entsprechend 20 bis 60 Milligramm Hydroxyanthracenderivate.

Wirkungen

Die Pflanze wird als Laxans (Abführmittel) eingesetzt. Sennesblätter enthalten circa 3% Hydroxyanthrachinonderivate, die sogenannten Sennoside. Diese wirken - wie auch die anderen anthronhaltigen Drogen (Rhabarberwurzel, Faulbaumrinde und Aloe) - als dickdarmanregendes Abführmittel, indem die Magen-Darm-Passage beschleunigt und eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls bewirkt werden. Die Wirkung der Früchte ist milder als die der Blätter.

Hinweis

Nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!

Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!

Nicht anwenden bei entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!

Nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden! Die korrekte Anwendung stimulierender Abführmittel erkennt man sehr leicht: Es darf keinesfalls zu Durchfall kommen (eine Diarrhö ist ein sicheres Zeichen für zu hohe Dosierung oder zu häufige Anwendung). Laut Experten reicht in der Regel eine Anwendung alle 2 bis 3 Tage aus. Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts und führt insbesondere zu Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zu Verstopfung, so dass eine Abhängigkeit entstehen kann.

Bei anhaltender Verstopfung oder Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich!

Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie zum Beispiel Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmittel (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie zum Beispiel die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

In Einzelfällen können krampfartige Magen-Darm-Beschwerden auftreten. In diesen Fällen ist eine Dosisreduktion erforderlich.

Bei einem Gebrauch über längere Zeit kann es zu Verstopfung, Nierenschädigung, Muskelschwäche und Störungen der Herzfunktion kommen.

Bei der Anwendung kann es zu einer Rotfärbung des Harns kommen, die jedoch unbedenklich ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: Vitanet GmbH
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de