Sägepalme – Heilpflanze bei Blasenentzündungen und gutartigen Prostatabeschwerden

Die getrockneten Samen der Heilpflanze Sägepalme werden bei gutartigen Prostatabeschwerden und Blasenentzündung angewendet. Weiterhin helfen sie bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Nieren.

Sägepalme © Thinkstock
Die Sägepalme ist eine buschförmig wachsende Palme, die Wuchshöhen von 1 bis 2 Metern erreicht. Die Palmwedel sind fächerförmige, in Segmente eingeteilte, Blätter. Die bis zu 1,5 Meter langen Blattstiele sind an den Kanten mit Zähnen besetzt. Die dicht behaarten Blütenstände sind rispig verzweigt. Die Palme bildet 3 Zentimeter große purpurfarbene bis schwarze einsamige Beeren. Medizinisch verwendet man die reifen, unvollständig getrockneten Samen.

Deutscher Name
: Sägepalme
Botanischer Name: Serenoa repens
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Herkunft: Küsten Nordamerikas, Florida, Süd-Carolina und Südkalifornien

Anwendungsgebiete von Sägepalme

Dosierung und Anwendung von Sägepalme

Sägepalme © Thinkstockgetrocknete Samen der Sägepalme
Die Samen als auch die Früchte selbst finden keine Verwendung. Hingegen werden Auszüge aus den Früchten (galenische Zubereitung) hergestellt. Die Dosierung beträgt 320 Milligramm Extrakt täglich - entsprechend 1 bis 2 Gramm Sägepalmenfrüchte.

Anwendungsdauer: Eine Besserung des Beschwerdebilds ist erst nach einer Behandlungsdauer von 1 bis 2 Monaten zu erwarten!

Wirkungen

Die Früchte der Sägepalme (Sabalfrüchte) enthalten fette Öle, Phytosterine, ein saures Polysaccharid mit einem hohen Anteil an Galactose, Arabinose und Uronsäuren, Flavonoide und Carotinoide. In klinischen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass lipophile Extrakte die Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie im Stadium I und II bessern. Das genaue Wirkprinzip ist noch nicht bekannt. Vermutet wird eine Hemmung der endogenen Bildung von Dihydrotestosteron, das das Wachstum der Prostata anregt. Beobachtet wurden aber auch entzündungshemmende und ödemprotektive Eigenschaften, die möglicherweise ebenfalls zur Wirksamkeit beitragen. Für die Qualität der Zubereitung ist somit die Art der Extraktherstellung entscheidend. Da der Wirkungseintritt langsam erfolgt, ist eine Behandlung über einen längeren Zeitraum erforderlich. Die PSA-Werte, ein Tumormarker für Prostatakrebs, werden anscheinend durch eine Therapie nicht beeinflusst.

Hinweis

Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden!
Die Beschwerden einer benignen Prostatahyperplasie wie Beschwerden beim Wasserlassen, nächtlicher Harndrang, "Nachtröpfeln" und so weiter können auch durch andere Ursachen, zum Beispiel Prostatakarzinom, hervorgerufen werden, so dass eine eindeutige Diagnosestellung vor Beginn einer Therapie erforderlich ist.

Während der Behandlung sollte in regelmäßigen Abständen ein Arzt aufgesucht werden! Durch die Anwendung wird zwar das Beschwerdebild gebessert, das Wachstum der Prostata wird jedoch nicht beeinflusst. Daher sind regelmäßige Verlaufskontrollen erforderlich.

Die Anwendung wird normalerweise gut vertragen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de