Rhabarber – Heilpflanze bei Zahnfleischentzündung und Verstopfung

Die getrocknete und geschälte Wurzel der Heilpflanze Rhabarber findet Anwendung bei Verstopfung sowie bei Entzündungen des Zahnfleisches. Als Tee zubereitet wirkt er abführend und stuhlerweichend. Die jungen Blattstiele des Gemüserhabarbers werden als Lebensmittel verwendet.

Rhabarber © Thinkstock
Alle Rheum-Arten sind mehrjährige krautige Pflanzen. Sie haben ein dickes, unterirdisches Rhizom, aus dem nach der Ruheperiode die großen Blätter mit ihren langen, fleischigen Blattstängeln herauswachsen. Die Einzelblüten sind klein, von weißlich-grüner Farbe und bilden eine oder mehrere zentrale, aufrechte Blütenstände, welche die Blattrosette überragen.

Der China-Rhabarber ist eine bis zu 3 Meter hoch wachsende Staude und kann leicht mit anderen Rhabarberarten verwechselt werden. Medizinisch verwendet wird die getrocknete und geschälte Wurzel des China-Rhabarbers und des Medizinalrhabarbers (Rheum palmatum L.). Der in Gärten angebaute Gemüserhabarber (Rheum rhabarbum L.) besitzt keine medizinische Bedeutung. Seine jungen Blattstiele werden als Lebensmittel verwendet. Die Blätter sind wegen des hohen Oxalatgehaltes ungenießbar und können zu Vergiftungserscheinungen führen!

Deutscher Name: Rhabarber
Botanischer Name: Rheum officinale
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Blütezeit: Mai oder Juni
Herkunft: Tibet, Südostchina und Birma

Anwendungsgebiete von Rhabarber

Dosierung und Anwendung von Rhabarber

Tee:
1 bis 2 Gramm fein zerkleinerte, getrocknete Rhabarberwurzel (etwa ein halber Teelöffel) werden mit 150 Milliliter heißem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Bei Verstopfung sollte man morgens und/oder abends eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. Die Anwendung sollte auf wenige Tage beschränkt werden, da ansonsten die Darmträgheit verstärkt wird.

Wirkungen

Rhabarber © GNU, CCRhabarber mit Blüten, Blättern und Früchten
Die Rhabarberwurzel enthält Anthrachinone, Gerbstoffe und Flavonoide. Anthrachinone wirken abführend, indem sie die Magen-Darm-Passage beschleunigen und eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls (stuhlerweichend) bewirken. Die Droge wird daher als Laxans (Arzneimittel, das die Stuhlentleerung beschleunigt) bei Verstopfung (Obstipation) eingesetzt.

Aufgrund der adstringierenden (zusammenziehenden) Wirkung der Gerbstoffe und der entzündungshemmenden Wirkung (zum Beispiel Lindleyin) werden alkoholische Auszüge äußerlich bei Entzündungen des Zahnfleisches angewandt.

Hinweis

Nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden!

Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!

Nicht anwenden bei akut-entzündlichen Erkrankungen des Darms, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!

Bei anhaltender Verstopfung oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Bei einer Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit kommt es zu Elektrolytverlusten, insbesondere Kaliumverluste, Albuminurie und Hämaturie, einer Pigmenteinlagerung in die Darmschleimhaut (Pseudomelanosis coli). Die Pigmenteinlagerung gilt als harmlos und bildet sich nach Absetzen der Droge in der Regel zurück. Infolge der Kaliumverluste kann es zu Störungen der Herzfunktion und zu Muskelschwäche kommen, was insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von herzwirksamen Glykosiden, Diuretika und Nebennierenrindenhormonen (Cortison und andere Corticosteroide sowie Mineralocorticoide) der Fall ist.

Nebenwirkungen:
In Einzelfällen können krampfartige Magen-Darm-Beschwerden auftreten. In diesen Fällen sollte eine geringere Dosis gewählt werden.

Urinverfärbung:
Durch Stoffwechselprodukte der Anthrachinone, die mit dem Urin ausgeschieden werden, kann ein saurer Urin tief gelbbraun oder ein alkalischer Urin rotbraun gefärbt erscheinen. Diese Verfärbungen sind harmlos.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de