Pfefferminze – Heilpflanze bei Blähungen und Spannungskopfschmerzen

Anwendungsgebiete der Heilpflanze Pfefferminze sind Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Gallenbeschwerden und Reizdarmsyndrom. Des Weiteren wirkt sie beruhigend bei Spannungskopfschmerzen, Erkältungskrankheiten und Schnupfen. Außerdem wird Pfefferminze bei Muskel- und Nervenschmerzen verwendet.

Pefferminze © Thinkstock
Die Pfefferminze ist eine Kreuzung aus Bachminze (M. aquatica) und Krauseminze (M. spicata) und kann sortenrein nur durch Ausläufer oder Stecklinge vermehrt werden. Weiterhin unterscheidet man dunkelgrüne und hellgrüne Typen. Die Pfefferminze ist eine mehrjährige krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 50-100 Zentimeter. Die gestielten, spitzen, gesägten Blätter sind oval.

Sie riechen stark nach Menthol und schmecken angenehm würzig, anfangs erwärmend, dann auffallend kühlend. Die in Scheinähren stehenden Blüten sind blassrot bis violett gefärbt. Medizinisch verwendet werden die Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl. Sogenannte Minzöle wie zum Beispiel das Japanische Pfefferminzöl, zeichnen sich durch einen hohen Mentholgehalt aus und werden aus in China, Indien und Brasilien kultivierten Subspezies der Ackerminze (Mentha arvensis var. piperascens oder var. glabrata) gewonnen.

Deutscher Name: Pfefferminze
Botanischer Name: Mentha piperita
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Blütezeit: Juni bis September
Herkunft: Die Pfefferminze wächst nicht wild, da sie eine Kreuzung verschiedener Minzarten ist. Sie ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet und meist kultiviert.

Anwendungsgebiete von Pfefferminze

Pfefferminze © GNU, CCPfefferminze mit Blüten und Blättern
Innerlich: Äußerlich: Pfefferminzblätter enthalten ein ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung stark vom Entwicklungstand der Blätter bei der Ernte abhängt. Als Hauptbestandteile sind Menthol, Menthon und Menthylacetat zu nennen. Ferner enthält die Pflanze Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide. Pfefferminzblätter und das ätherische Öl besitzen eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führen zu einer beträchtlichen Steigerung der Gallensekretion. Ferner ist eine antiseptische Wirkung beschrieben. Pfefferminzöl selbst besitzt keine abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut, jedoch wird bei Schnupfen das Gefühl einer besseren Nasenatmung vermittelt, was vermutlich auf die kühlende Wirkung des Menthols zurückzuführen ist.

Zubereitungen aus der Pfefferminze werden weit verbreitet auch in kosmetischen Präparaten (Zahnpasten, Mundwässer, Körperpflegeprodukte) und als Geschmackskorrigens oder Gewürz in der Lebensmittel- und Süßwarenindustrie eingesetzt. Pfefferminztee eignet sich auch als erfrischendes Getränk.

Dosierung und Anwendung von Pfefferminze

Tee:
2 gestrichene Teelöffel (1 Gramm) Pfefferminzblätter mit 150 Milliliter heißem Wasser übergießen, 5-10 Minuten bedeckt ziehen lassen (nicht kochen). 3- bis 4-mal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken. Tagesdosis 2-3 Gramm Droge.
Hinweis: Pfefferminztee sollte vornehmlich als Heiltee, dagegen nicht dauernd (als Frühstückstee) getrunken werden, sondern abwechselnd mit anderen Kräutertees.

Pfefferminzöl:
Innerlich:
Zur Inhalation 3 bis 4 Tropfen in heißes Wasser geben. Mittlere Tagesdosis sind 6 bis 12 Tropfen.
Äußerlich: 2- bis 4-mal täglich einige Tropfen auf der betroffenen Hautstelle einreiben.

Besondere Anwendung:
Pfefferminzspiritus (alkoholischer Auszug), "Japanisches" Minzöl (Oleum Menthae arvensis var. piperascentis), Salben (zur Bereitung von Dampf-Inhalation bei Atemwegserkrankungen, Einreibung bei rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen)

Wirkungen

Die heilkräftigen Pflanzenteile sind die Pfefferminzblätter (Menthae piperitae folium). Sie besitzen ätherisches Öl (besonders Menthol), Gerbstoff, Flavonoide und Bitterstoffe.

Hinweis

Mentholhaltige Präparate bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Hals- und Gesichtsbereich oder zur Inhalation anwenden!

Nicht anwenden bei gastroösophagaler Refluxkrankheit oder Sodbrennen!
Durch die entspannende Wirkung auf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts kann vermehrt säurehaltiger Magensaft in die Speiseröhre vordringen.

Personen mit Gallenstein- oder Lebererkrankungen sollten vor der Anwendung den Arzt befragen!

Das ätherische Öl nicht auf verletzte Haut oder im Augenbereich auftragen! Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche anhalten oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt zur Abklärung der Ursachen zu Rate gezogen werden.

Selten können allergische Reaktionen auftreten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de