Melisse – Heilpflanze bei Schlafstörungen und Unruhe

Die Heilpflanze Melisse findet Anwendung bei Schlafstörungen, Unruhezuständen und nervös bedingten Magen-Darmstörungen. Des Weiteren wird Melisse als Gewürz, besonders in Süßspeisen und im Melissengeist, verwendet.

Melisse © Thinkstock
Die Melisse ist ein ausdauerndes Kraut mit einem vierkantigen, aufrechten Stängel. Die gestielten, am Rand kerbig-gesägten Blätter sind gekreuzt gegenständig angeordnet. Aus den Blattachseln wachsen Blüten, die ihre Farbe entsprechend ihrem Alter wechseln. Die Früchte sind Steinfrüchte. Die Pflanze wird bis zu 90 Zentimeter hoch, ist mit feinen Haaren bewachsen und duftet stark nach Zitrone. Es kann zu Verwechslungen mit der Zitronenkatzenminze kommen.

Medizinisch verwendet werden die Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Zitronenmelisse wird oft zum Würzen von Süßspeisen und Getränken eingesetzt. Sie wird schon seit dem griechisch-römischen Altertum als Heilpflanze, aber auch als "Bienenweide" verwendet.

Deutscher Name: Melisse
Botanischer Name: Melissa officinalis
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Blütezeit: Juli bis August
Herkunft: Östliche Mittelmeergebiet und Westasien

Anwendungsgebiete von Melisse

Melisse © GNU, CCMelisse mit Blättern und Blüten
Zitronemelisse wird angewandt bei: Verwendet werden die vor der Blüte gesammelten und getrockneten Blätter. Die Melisse wirkt krampflösend, beruhigend und antiviral. Sie wird daher zur Heilung von Verdauungsproblemen und zur Förderung der Gallenabscheidung eingesetzt.

In der Aromatherapie wird Melissenöl bei Unruhezuständen und Schlaflosigkeit verwendet. In Laborversuchen wurde eine Wirkung von Melissenextrakten auf die Schilddrüse festgestellt, so dass ein Einfluss auf eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen nicht ausgeschlossen werden kann.

Als Gewürz werden wegen des hohen Gehaltes an ätherischen Ölen vor allem frische Blätter verwendet. Melissengeist wirkt appetitanregend und fördert die Verdauung.

Dosierung und Anwendung von Melisse

Tee:
2 gehäufte Teelöffel (2 Gramm) Melissenblätter mit 150 Milliliter heißem Wasser überbrühen. Wegen der flüchtigen ätherischen Öle nicht kochen! Zugedeckt den Tee 10 Minuten ziehen lassen, und falls gewünscht, mit Honig süßen. Mehrmals täglich eine Tasse des frisch zubereiteten Tee trinken.

Alkoholisches Destillat
(Melissengeist) und alkoholischer Auszug (Karmeliterwasser) werden auch als Einreibung bei Rheuma angewendet.

Salbenpräparate:
Diese wirken gegen bestimmte Viruserkrankungen (zum Beispiel Herpes-Lippenbläschen): Drei bis vier mal täglich auf die betroffene Hautstelle auftragen.

Melissenöl:
Innerlich 0,05 bis 0,2 Milliliter oder als Aromatherapie.

Wirkungen

Die heilkräftigen Pflanzenteile sind die Melissenblätter (Melissae folium). Sie enthalten ätherische Öle (unter anderem Citral), Gerb- und Bitterstoffe. Die Droge enthält neben den typischen Lamiaceen-Gerbstoffen und Phenolsäuren (Rosmarinsäure), ein ätherisches Öl unter anderem mit den Terpenaldhyden Citral und Citronellal, die für den zitronenartigen Geruch verantwortlich sind sowie glykosidisch gebundene flüchtige Substanzen.

Hinweis

Die Anwendung insbesondere hoher Dosierungen kann die Reaktionsfähigkeit und damit die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen!

Nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt bei Vorliegen von behandlungsdürftigen Schilddrüsenerkrankungen anwenden! Im Labor zeigten Melissenzubereitungen einen Einfluss auf Schilddrüsenhormone.

Melisse zeichnet sich ansonsten durch eine sehr gute Verträglichkeit aus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de