Lein – Heilpflanze bei Verstopfung, Enteritis und Gastritis

Die Samen der Heilpflanze Lein helfen bei Verstopfung, örtlich begrenzten Entzündungen und bei Magenschleimhautentzündungen (Gastritis). Außerdem dient das aus den Samen gewonnene Leinöl als Nahrungsergänzungsmittel. Leinsamen können zudem zur Vorbeugung von Magen-Darmerkrankungen verwendet werden.

Leinblüten © Thinkstock
Lein ist ein einjähriges, 1,5 Meter hohes, kahles Kraut. Die Stängel sind dicht mit schmalen, spitzen Blättern besetzt. Die Blüten sind lang gestielt und stehen in lockeren Rispen. Ihre Farbe reicht von hellblau, weiß, hellrosa bis lila. Die Frucht ist eine kugelige Kapsel, die bis zu 10 Samen enthält. Die in zwei Unterarten und vielen Varietäten vorkommende Leinpflanze wird weltweit kultiviert. Medizinisch verwendet werden die Samen und das aus den Samen gewonnene Leinöl.

Deutscher Name
: Lein, Flachs
Botanischer Name: Linum usitatissimum
Familie: Leingewächse (Linaceae)
Blütezeit: Juni bis August
Herkunft: Als Kulturpflanze weltweit angebaut.

Anwendungsgebiete von Lein

Dosierung und Anwendung von Lein

Lein © GNU, CCLein mit Blüten und Blättern
2- bis 3-mal täglich 1 Esslöffel (zirka 10 Gramm) unzerkleinerten oder aufgeschlossenen (zerkleinerten) Leinsamen mit 150 Milliliter Flüssigkeit (zum Beispiel in Suppe) einnehmen. Die abführende Wirkung tritt nach 12-24 Stunden ein. Auch die Anwendung der im Kaltauszug (30 Minuten) gewonnenen Wirkstoffe (Dosierung 5-10 Gramm auf 1 Tasse Wasser) ist möglich.

Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sollten die Hälfte, Kinder unter 6 Jahren sollten Leinsamen bei Verstopfung nur nach Anweisung des Arztes erhalten.

Hinweis:
Leinsamen kann in kleinen Mengen der täglichen Nahrung beigemengt werden, um Magen- und Darmerkrankungen vorzubeugen. Dabei immer reichlich trinken, um keine Verstopfung zu bewirken. Zerstoßener Leinsamen muss innerhalb einer Woche aufgebraucht werden, da sonst das Leinöl ranzig wird.

Äußerliche Anwendungen:

Äußerlich als Breiumschlag bei Furunkeln, Abszessen und Hautentzündungen: 30-50 Gramm Leinsamenmehl mit heißem Wasser zu einem Brei verrühren. Diesen Brei in Mullsäckchen geben und feuchtheiße Umschläge machen.

Wirkungen

Die heilkräftigen Pflanzenteile sind die Leinsamen (Lini semen). Sie besitzen gesundheitsfördernde Schleimstoffe, fettes Öl (Triglyzeride), Proteine und Blausäureglykoside, sowie Ballaststoffe und Vitamine (B1, B2, B6. E. Nicotin-, Fol- und Panthotensäure).

Leinsamen sind vor allem durch Anregung der Dickdarmtätigkeit als gut wirkendes, nicht reizendes Abführmittel (Gleit- und Füllmittel) bei akuter und chronischer Verstopfung geeignet. Die Schleimstoffe an der Oberfläche der Samen quellen bei der Einnahme mit ausreichend Wasser auf, vergrößern das Volumen und fördern somit die Darmtätigkeit. Bei zuvor zerkleinerten Leinsamen tragen die freigesetzten Fette als Gleitmittel bei.

Bei leichten Entzündungen im Magen-Darm-Trakt wirken die Schleimstoffe reizlindernd und heilend. Die Schleimhaut wird geschützt. Wer zu Gastritis neigt, sollte vorbeugend Leinsamen der täglichen Nahrung beifügen.

Als Nahrungsergänzung werden durch die Leinsamen dem Körper Ballaststoffe zugeführt. Ihnen wird auch eine Schutzwirkung gegen Dickdarmkrebs zugeschrieben.

Zur äußerlichen Anwendung wird Lein bei Hautentzündungen und Geschwüren verwendet. Leinöl wird zu Salben verarbeitet oder die zerstoßenen Leinsamen werden mit Wasser zu Brei vermischt und als warme Umschläge auf entzündete Wunden gelegt.

Hinweis

Leinsamen sollten nicht angewendet werden bei:
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Verengung der Speiseröhre
  • Verengung des Magen-Darm-Kanals
  • Schluckbeschwerden
  • Akute Entzündungen der Speiseröhre, des Magen und Darms
Bei der Einnahme von Leinsamen ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder Kräutertees (mind. 2 Liter täglich) zu achten, da es sonst zu einem Darmverschluss kommen kann!

Bei anhaltender Verstopfung, Stuhlunregelmäßigkeit oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt unbedingt erforderlich!

Bei der äußerlichen Anwendung sollte man Lein nicht bei Hauterkrankungen, die infektiös entstanden sind, verwenden. Solche Wunden sollten vom Arzt behandelt werden.

Wechselwirkungen:
Wie alle schleimstoff- oder quellstoffhaltigen Arznei- oder Nahrungsmittel kann die Aufnahme anderer Arzneistoffe vermindert werden. Es sollte daher ein Abstand von mindestens einer Stunde zwischen der Einnahme von Leinsamen und der anderen Arzneimittel eingehalten werden.

Leinsamen sollten nicht eingenommen werden bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Darmtätigkeit hemmen (z.B. Mittel gegen Durchfall, wie zum Beispiel Imodium oder zentralwirksame Analgetika (Opioide) im Rahmen einer Schmerztherapie).

Schwermetalle:
In Leinsamen kann sich das giftige Schwermetall Cadium anreichern. Sie sollten daher darauf achten, Leinsamen mit nach Arzneibuch geprüfter Qualität zu kaufen. Diese wurden auf Schwermetalle geprüft und enthalten Mengen, die bei normaler Dosierung unbedenklich sind.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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