Lavendel – Heilpflanze für Magen und Psyche

Die Blüten der Heilpflanze Lavendel wirken beruhigend bei nervös bedingten Unruhezuständen, Einschlafstörungen und Kreislaufbeschwerden. Zudem hilft Lavendel bei der Behandlung funktioneller Oberbauchbeschwerden, Atemwegserkrankungen und rheumatischen Beschwerden. Angewendet wird er als Tee, Öl oder Aufguss in einem Bad.

Lavendel © Thinkstock
Der Echte Lavendel ist ein bis zu 60 Zentimeter hoch wachsender, winterharter Halbstrauch mit stark verzweigten Stängeln, deren Krauttriebe dicht mit schmal-lanzettlichen Blättern besetzt sind. Die Blätter sind auf der Unterseite weiß-filzig behaart, auf der Oberseite eher grau-grün. Die violetten Blüten sitzen am Ende der 10 bis 15 Zentimeter langen, behaarten Stängel in ährenähnlichen Scheinquirlen.

Die im westlichen Mittelmeerraum beheimatete Pflanze wächst nur in höheren Lagen. In tieferen Gebieten kommt es zur Hybridisierung des Echten Lavendels.
Medizinisch verwendet werden die kurz vor dem Aufblühen geernteten Blüten samt Blütenkelche und das daraus gewonnene ätherische Öl.

Deutscher Name
: Lavendel
Botanischer Name: Lavandula angustifolia
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Blütezeit: Juli bis August
Herkunft: Mittelmeergebiet

Anwendungsgebiete von Lavendel

Lavendel © ThinkstockLavendel mit Blüten und Blättern
Innerlich anzuwenden bei: Äußerlich als Bad anzuwenden bei: Die Wirksamkeit bei diesen Anwendungsgebieten ist jedoch nicht eindeutig belegt.

Lavendelblüten oder -blätter werden vor allem in der mediterranen Küche als Gewürz von süßen und salzigen Speisen verwendet und sind zum Beispiel Bestandteil der Kräuter der Provence. Lavendelkissen zwischen die Wäsche gelegt sollen vor Mottenfraß schützen.

Auch zur Aromatherapie und in der Kosmetik- und Parfümindustrie wird Lavendel eingesetzt.

Dosierung und Anwendung von Lavendel

Tee:
1 bis 2 Teelöffel Lavendelblüten werden mit 150 Milliliter heißem Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Mehrmals täglich, besonders am Abend vor dem Schlafengehen, eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken.

Lavendelöl:

1 bis 4 Tropfen (zirka 20 bis 80 Milligramm) als Einzeldosis zum Beispiel auf einem Stück Würfelzucker einnehmen.

Badtherapie:
20 bis 100 Gramm Lavendelblüten werden mit 2 Liter Wasser kurz aufgekocht. Nach 10 Minuten werden die Lavendelblüten entfernt. Das Konzentrat wird dann in 20 Liter Wasser gegeben.

Wirkungen

Echte Lavendelblüten enthalten ein ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an Linalool und Linalylacetat, ferner einen geringen Anteil an 1,8-Cineol und Campher. Vor allem Linalool und Linalylacetat wird eine beruhigende Wirkung zugesprochen, Linalool besitzt zusätzlich eine hemmende Wirkung auf das Wachstum einiger Bakterien und Pilze.

Spiköl, das ätherische Öl aus dem Großen Speik enthält dagegen sehr wenig Linalylacetat, zeichnet sich aber durch einen hohen Gehalt an Cineol und Campher aus. Spiköl-Mono-Präparate werden bei akuten und chronischen infektiösen Bronchitiden und bei Raucherkatarrh empfohlen.

Das Lavandinöl aus der Hybride Lavandin besitzt neben einem hohen Linalool- und Linalylacetatgehalt ebenfalls größere Mengen an Campher und Cineol. Ferner enthalten die Blüten Lamiaceengerbstoffe und Phenolcarbonsäuren.

Hinweis

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Lavendel, da das ätherische Öl in seltenen Fällen Allergien auslösen kann!

Nicht in höherer Dosierung anwenden!

Lavendelöl kann zu Schläfrigkeit führen und möglicherweise die Fähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen oder zum Bedienen von Maschinen herabsetzen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.12.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de