Kümmel – Heilpflanze für Magen und Darm

Das ätherische Öl der Heilpflanze Kümmel hilft bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Darmparasiten. Außerdem unterstützt Kümmel die Bildung der Muttermilch und wird in der Branntwein- und Likörherstellung verwendet. Auch beim Kochen findet Kümmel Anwendung –  beispielsweise als Wurzelgemüse für Suppen.

Kümmelpflanze © vitapublic/Thinkstock
Kümmel ist eine zweijährige bis ausdauernde, 30 Zentimeter bis 100 Zentimeter große Pflanze mit einer tiefen Wurzel. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Blattrosette, erst im zweiten Jahr treiben die Blütenstängel mit zwei- bis dreifach fein gefiederten Laubblättern. Die kleinen weiß- bis rosafarbenen oder gelblich gefärbten Blüten stehen in zusammengesetzten Dolden. Die Frucht ist eine Doppelachäne. Die ganze Pflanze duftet aromatisch.

Für Heilzwecke sammelt man die Früchte, aus denen das ätherische Öl gewonnen wird.

Nicht verwechseln sollte man den Kümmel mit dem Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.) oder dem Schwarzkümmel (Nigella sativa L.).

Deutscher Name
: Kümmel
Botanischer Name: Carum carvi
Familie: Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Blütezeit: Mai bis Juni
Herkunft: Europa und Asien

Anwendungsgebiete von Kümmel

Kümmel © ThinkstockKümmelstängel mit Blüten
Die jungen frischen Blätter können wie Petersilie, die Kümmelwurzel als Wurzelgemüse für Suppen in der Küche verwendet werden.

Dosierung und Anwendung von Kümmel

Tee:
Ein halber Teelöffel (etwa 1,5 bis 2 Gramm) getrocknete Kümmelfrüchte werden zerstoßen, mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergossen, zugedeckt und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht. Davon trinkt man zwei bis drei Tassen zwischen den Mahlzeiten. (Ätherische Öle sind wasserdampfflüchtig, daher muss der Tee frisch bereitet und beim Ziehen zugedeckt werden!)
Zubereitungen: Tagesdosis entsprechend 1,5 bis 6 Gramm Droge.

Kümmelöl:
Einzeldosis: 1 bis 3 Tropfen auf Zucker einnehmen.
Tagesdosis: 3 bis 6 Tropfen

Kümmel wird als Pulver gemahlen verwendet oder als ganze Frucht zerkaut.

Wirkungen

Kümmelfrüchte sind reich an ätherischem Öl, das zu einem Großteil aus Carvon und Limonen besteht. Ferner sind fettes Öl, Polysaccharide und Eiweiß enthalten. Für Carvon ist eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Pilze beschrieben. Durch Carvon und Limonen soll die Bildung entgiftender Enzyme in der Leber gefördert werden.

Hinweis

Höhere Dosen schädigen die Niere, sowie die Leber und Gallenfunktion.

Zubereitungen aus Kümmelfrüchten nicht ohne ärztlichen Rat während der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Kümmel oder anderen Apiaceen (zum Beispiel Sellerie, Mohrrüben, Petersilie, Anis, Kreuzkümmel, Koriander) oder Asteraceen (Sellerie-Beifuß-Gewürzsyndrom).

Bei akuten Beschwerden, die über eine Woche andauern oder periodisch immer wiederkehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de