Kamille – Heilpflanze für Haut und Verdauung

Das einjährige Kraut der Heilpflanze Kamille hilft bei Grippe, Harnwegsinfekten und Magen-Darmbeschwerden. Äußerlich angewendet wird es bei Hautausschlag und schlecht heilenden Wunden. Kamille kann als Tee, Umschläge und Spül- und Gurgellösungen angewendet werden.

Kamille © Thinkstock
Die Kamille ist ein einjähriges Kraut mit aufrechtem, meist ästig verzweigtem Stängel. Die zwei- bis dreifach fiederteiligen, schmalen Blätter stehen wechselständig. An der Stängelspitze wachsen die einzelnen Blütenkörbe. Das Blütenköpfchen besteht aus dem hohlen, kegelförmigen Blütenboden, darauf sitzenden gelben Röhrenblüten und nach unten zurückgeschlagenen weißen Zungenblüten.

Die ganze Pflanze duftet angenehm. Medizinisch verwendet werden die Blüten und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Qualität wird neben der Herkunft vor allem durch die Trocknungs- und Lagerungsbedingungen bestimmt.

Deutscher Name
: Kamille, Echte
Botanischer Name: Chamomilla recutita
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Blütezeit: Mai bis Juni
Herkunft: Europa, Asien, Nordamerika

Anwendungsgebiete von Kamille

Kamille © GNU, CCKamille, Stängel, Blüten, Blätter
Äußerliche Anwendungen:
  • Schlecht heilende Wunden (entzündungshemmend)
  • Hautausschlag
  • Wundenstellen
Spülen:
  • Mund

Dosierung und Anwendung von Kamille

Innerliche Anwendung / Tee:
3 Gramm Kamillenblüten (zirka 1 Esslöffel) mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blüten abseihen. Man sollte drei bis vier Tassen täglich frisch bereiteten Tee zwischen den Mahlzeiten trinken.

Äußerliche Anwendung:
Umschläge, Spül- oder Gurgellösungen: 3 bis 10 Gramm Kamillenblüten auf 100 Milliliter Wasser

Bäder: 5 Gramm Blüten oder 0,8 Gramm Extrakt pro 1 Liter Wasser

Inhalation: 6 Gramm Blüten oder 0,8 Gramm Extrakt pro 1 Liter Wasser

Bei Verwendung der Kamillenblüten zu medizinischen Zwecken sollte darauf geachtet werden, dass die Drogenqualität den Arzneibüchern entspricht. Kamillentee, wie man ihn als Lebensmittel kennt, hat einen geringeren Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen. Bei der Heißwasserextraktion verbleiben bis zu 70 Prozent des ätherischen Öls beziehungsweise der nichtflüchtigen Bestandteile im Rückstand. Es empfiehlt sich daher die Anwendung von Fertigpräparaten, die auf einen Mindestgehalt standardisiert sind.

Wirkungen

Kamillenblüten enthalten ein ätherisches Öl (0,4 bis 1,5 Prozent). Durch die Destillation aus Matricin entstehende Chamazulen ist das Öl charakteristisch blau gefärbt. Die weiteren Inhaltsstoffe alpha-Bisabolol (Levomenol), Bisabololoxide, nichtflüchtige Flavonoide wie zum Beispiel Apigenin-glykoside und Cumarine ergänzen sich im Gesamtextrakt in ihrer krampflösenden, entzündungshemmenden, Wundheilungsfördernden, antibakteriellen und blähungstreibenden Wirkung.

Hinweis

Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Korbblütengewächsen, wie zum Beispiel Arnika, Ringelblume, Schafgarbe!

Obwohl die Echte Kamille selbst nur selten Überempfindlichkeitsreaktionen auslöst, kann es jedoch zu Kreuzreaktionen kommen. Die beobachteten allergischen Reaktionen werden heute hauptsächlich auf Verunreinigungen der Echten Kamille mit der Hundskamille (Anthemis cotula L.), dass das Sesquiterpenlacton Anthecotulid enthält, zurückgeführt.

Nicht im Bereich der Augen anwenden! Kamille kann auf die Augen reizend wirken.

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder immer wieder kehren ist die Rücksprache mit einem Arzt erforderlich!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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