Johanniskraut – Heilpflanze für Haut, Knochen und Psyche

Das Öl der Heilpflanze Johanniskraut wird zur Behandlung von Wunden, Verbrennungen und Verletzungen eingesetzt. Außerdem hilft sie bei Hexenschuss, Gicht und Rheuma. Johanniskrauttee wird bei Angstzuständen, Depressionen und Stimmungsschwankungen verwendet und wirkt beruhigend.

Johanniskraut © GNU, CC
Johanniskraut ist eine ausdauernde, aufrechte, im oberen Teil ästig verzweigte Pflanze. Sie kann bis etwa einen Meter hoch werden. Im Unterschied zu anderen Hypericum-Arten besitzen die Stängel des Johanniskraut zwei Längskanten und im durchscheinenden Licht vielfach perforiert erscheinende Blätter. Die goldgelben Blüten besitzen auffallend lange Staubblätter und sind ebenfalls mit hellen oder dunklen Drüsen durchsetzt. Sie bilden traubig zusammengesetzte Trugdolden.

Beim Zerreiben der frischen Blüten tritt ein dunkelroter Farbstoff aus. Das aus den frischen Blüten gewonnene Johannisöl und die kurz vor der Blüte geernteten und getrockneten Zweigspitzen (Kraut) werden medizinisch verwendet.

Deutscher Name
: Johanniskraut
Botanischer Name: Hypericum perforatum
Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Blütezeit: Juni bis September
Herkunft: Europa und das westliche Asien

Anwendungsgebiete von Johanniskraut

Johanniskraut © GNU, CCJohanniskraut, Stängel mit Blättern und Blüten
Ölige Zubereitungen aus Johanniskraut (Rotöl) werden äußerlich zur Behandlung von leichten Verbrennungen und kleineren Verletzungen eingesetzt.

Ebenso wurde das Öl bei Neurodermitis, einer entzündlichen Hauterkrankung, in ersten Untersuchungen positiv getestet. Daher gibt es Cremes und Lotionen zur unterstützenden Neurodermitis-Behandlung.

Anwendungsdauer:
Johanniskraut beeinflusst vor allem die Begleitsymptome einer Depression wie Schlafstörungen, Nervosität und so weiter positiv und wirkt stimmungsaufhellend. Die Wirkung tritt aber erst allmählich ein. Bemerkt man nach einer Anwendung von zwei bis vier Wochen keine Besserung, sollte unbedingt ein Arzt zur weiteren Abklärung der Beschwerden aufgesucht werden.

Dosierung und Anwendung von Johanniskraut

Tee:
2 Teelöffel Johanniskraut mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen und nach zehn Minuten abseihen. Regelmäßig morgens und abends 1-2 Tassen frisch zubereiteten Tee trinken. Anmerkung: die Teezubereitung enthält die Wirkstoffe vermutlich nicht in ausreichender Menge. Deshalb wären Fertigpräparaten mit standardisierten Extrakten vorzuziehen.

Fertigarzneimittel:
Die Schwellendosis für eine antidepressive Wirkung wird auf 300 Milligramm Extrakt täglich geschätzt, empfohlen werden 500 bis 1000 Milligramm Extrakt täglich.

Äußerlich:
Salben ein- bis zweimal täglich auftragen.

Wirkungen

Genutzt wird die ganze Pflanze außer der Wurzel. Sie enthält zu 0,1 bis 0,3 Prozent rote Farbstoffe (Naphthodianthrone) wie Hypericin und Pseudohypericin und zu 0,2 bis 4 Prozent Phloroglucinderivate, besonders Hyperforin. Daneben Flavonoide und Procyanidine.

Johanniskraut-Extrakte greifen in die Regulierung von Botenstoffen im Zentralnervensystem ein und unterstützen deren Aufgaben. Dadurch wirken die Auszüge beruhigend, stimmungsaufhellend und vermindern Angstzustände. Neben Hyperforin tragen wohl auch Hypericin, Flavonoide und Biflavone zu diesen Effekten bei.

Der Gehalt an einzelnen Inhaltsstoffen ist stark abhängig vom Entwicklungsstand der Pflanze und der Lichtexposition. So ist zum Beispiel der Gehalt an Hypericin in Blüten und Knospen am höchsten, der Gehalt an Hyperforin dagegen in den reifen Früchten.

Hinweis

Johanniskraut kann die Wirkung von anderen Arzneistoffen abschwächen. Dies gilt zum Beispiel für Mittel nach Organtransplantationen oder gegen HIV, für Blutgerinnungshemmer und die Antibabypille.

Kinder, Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme verzichten.

Johanniskraut kann die Haut lichtempfindlicher machen, deshalb nicht anwenden bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit, bei heller Haut und bei Sonnenbädern einschließlich Besuche in Solarien!

Nicht anwenden bei Verdacht auf schwere Depression, da Johanniskraut hier nicht wirksam ist!

Anwendungsdauer:
Wie bei anderen Antidepressiva tritt die stimmungsaufhellende Wirkung erst allmählich ein. Es ist eine Behandlung über einen längeren Zeitraum erforderlich. Bemerkt man nach zwei bis vier Wochen keine Verbesserung der Beschwerden, so ist ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Selten können Magen-Darmbeschwerden, allergische Hautreaktionen, Müdigkeit oder Unruhe auftreten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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