Ingwer – Heilpflanze für Magen und Gelenke

Neben seiner Beliebtheit als Gewürz kommt Ingwer auch zur Behandlung von Blähungen, Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl zur Anwendung. Zur Vorbeugung von Reisekrankheit wird Ingwer als Pulver mit Wasser eingenommen.

Ingwerwurzel © Thinkstock
Der Ingwer ist eine tropische Staude mit einem ausdauernden, kriechenden, sich weit verzweigendem Wurzelstock aus dem sich einjährige, über einen Meter hohe Triebe bilden. Die schilfähnlichen, glänzenden und hellgrünen Blätter werden über 20 Zentimeter lang. Die Pflanze blüht selten und wird in der Regel vegetativ vermehrt.

Der Wurzelstock spielt schon seit dem Altertum in der Chinesischen und Indischen Medizin eine wichtige Rolle und wird vor allem in der asiatischen Küche als Gewürz geschätzt.

Deutscher Name
: Ingwer
Botanischer Name: Zingiber officinale Rosc.
Familie: Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Herkunft: Südostasien

Anwendungsgebiete von Ingwer

Ingwer © ThinkstockIngwerpflanze mit Blättern, Blüten und Wurzeln
Ingwer wird häufig in der Getränke- (Ginger Ale, Ingwerbier) und Lebensmittelindustrie verwendet. Er dient pur oder in Mischungen (Curry, Chutneys, Marmeladen, Soßen) als Gewürz. Als grünen Ingwer bezeichnet man die jung geernteten, milder schmeckenden Rhizome. In heißen Ländern ist Ingwer auch als Zusatz in Kaffee oder Tee wegen seiner anregenden Wirkung auf die Schweißbildung beliebt.

Dosierung und Anwendung von Ingwer

Tee:
0,5 bis 1 Gramm getrockneten, zerkleinerten Ingwerwurzelstock oder in Scheiben geschnittenen frischen Ingwer mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergießen und nach fünf Minuten abseihen. Zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden eine halbe Stunde vor der Mahlzeit trinken.

Reisekrankheit
Zur Vorbeugung werden 0,5 Gramm gepulverter Ingwerwurzelstock mit etwas Flüssigkeit 30 Minuten vor Reiseantritt eingenommen. Bei Bedarf kann diese Dosis alle vier Stunden wiederholt werden. Tagesdosis: 2 bis 4 Gramm

Wirkungen

Je nach Herkunft kommt Ingwerwurzel in unterschiedlicher Qualität in den Handel. Die Ware aus Jamaica (Arzneibuchware), Bengalen oder Australien ist am hochwertigsten. Eine Besonderheit stellt eine Sorte aus Japan, der Kintoki, dar, der ein etwas abweichendes Spektrum an Inhaltsstoffen aufweist. Der Ingwerwurzelstock enthält einen zähflüssigen Balsam (Oleoresin), der aus ätherischen Ölen und einem Scharfstoffanteil, den Gingerolen besteht, sowie Lipide und Kohlenhydrate. Nach längerer Lagerung oder unter Einfluss höherer Temperaturen entstehen aus den Gingerolen Shoagole, die zum Teil deutlich schärfer schmecken. Zubereitungen aus dem Ingwerwurzelstock wirken antiemetisch (Brechreiz mindernd), entzündungshemmend, anregend auf die Magensaft-, Speichel- und Gallebildung und steigernd auf die Darmfunktion.

Hinweis

Nicht bei Kindern unter 6 Jahren anwenden!

Während der Schwangerschaft und Stillzeit nur auf ärztlichen Rat hin anwenden!

Bei Gallensteinleiden nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden! Ingwer regt den Gallenfluss an und kann daher zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen.

Wechselwirkungen:
Ingwer wirkt - über längere Zeit oder in höherer Dosierung verwendet - auf die Blutgerinnung, den Blutdruck und blutzuckersenkend. Daher sollten Diabetiker, Patienten, die blutgerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen müssen und Bluthochdruckkranke vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Vor geplanten Operationen sollten Ingwerpräparate abgesetzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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