Hopfen – Heilpflanze für Magen und Psyche

Die Heilpflanze Hopfen wird – neben der Verwendung als Bierzutat – bei Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit verwendet. Außerdem hat Hopfen eine beruhigende Wirkung und hilft bei Angstzuständen. Hopfentee wirkt zudem bei Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.

Hopfen © Thinkstock
Der Hopfen ist eine drei bis sechs Meter hohe, rechtswindende Kletterpflanze. Geerntet werden die weiblichen Blütenstände (Hopfenzapfen), deren Blüten, Deck- und Vorblätter Drüsenhaare tragen, aus denen das Hopfenmehl (Hopfendrüsen) gewonnen wird.

Die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Männliche Pflanzen werden aus den Kulturen entfernt, da die Hopfenzapfen nach einer Bestäubung nicht mehr verwendet werden können.
Junge Sprossspitzen und Blätter oder die im Frühjahr geernteten Nebensprosse (Hopfenspargel) können als Gemüse verwendet werden.

Neben der Verwendung als Bierzutat wurde im frühen Mittelalter auch die Heilwirkung von Hopfen entdeckt, vor allem bei Leber- und Gallebeschwerden. Erst im 18. Jahrhundert setzten Heilkundige ihn als Schlaf- und Nervenmittel ein.

Deutscher Name: Hopfen
Botanischer Name: Humulus lupulus
Familie: Hanfgewächse (Cannabaceae)
Blütezeit: Juli bis August
Herkunft: Gemäßigte Gebiete Europas und Asiens

Anwendungsgebiete von Hopfen

Hopfen © ThinkstockHopfenblätter und -blüten
Weit verbreitet ist die Verwendung des Hopfens in der Bierbrauerei seit Anfang des 14. Jahrhunderts. Hopfenextrakte finden aber auch in der Kosmetikindustrie Verwendung, zum Beispiel als Zusatz zu Haarshampoos oder Cremes.

Hopfen wird meist in Kombination mit Baldrian bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen angewendet. Die beiden Pflanzenextrakte ergänzen sich in ihren Effekten, indem sie auf unterschiedlichen Wegen den Schlaf fördern. Zusammen wirken sie auch beruhigend und helfen so bei Unruhe und Nervosität.

In Laborexperimenten fanden Forscher heraus, dass einzelne Substanzen aus Hopfen eventuell vor Krebs schützen und östrogenartige Effekte zeigen. Dies muss jedoch genauer untersucht werden.

Dosierung und Anwendung von Hopfen

Tee:
1 bis 2 Teelöffel Hopfenzapfen werden mit 15 Milliliter heißem Wasser übergossen, zugedeckt und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht. Man trinkt zwei bis drei Tassen täglich und eine Tasse vor dem Schlafengehen. Den Tee immer frisch zubereitet trinken.

Die Zubereitungen unterscheiden sich in der Zusammensetzung je nach Art der Extraktherstellung und Kombination in ihren Dosierungsempfehlungen.

Wirkungen

Die Hopfenzapfen der weiblichen Blüten enthalten im Hopfenharz Bitterstoffe. Dazu gehören Acylphloroglucide wie Humulon und Lupulon sowie Bittersäuren. Außerdem beinhalten die Zapfen ätherisches Öl mit Stoffen wie Humulen oder Caryophyllen, Gerbstoffe vom Proanthocyanidin-Typ und Flavonoide.

Je nach Sorte enthält Hopfen einen unterschiedlichen Gehalt an Hopfenbitterstoffen und ätherischen Ölen. Die harzige Masse wird unterteilt in "Weichharz", das die Hopfenbitterstoffe (Humulone und Lupulone) enthält sowie das in Petrolether unlösliche "Hartharz", das überwiegend die Oxidationsprodukte des Weichharzes darstellt. Weiterhin sind Phenolcarbonsäuren, Flavanone, Chalkone (Xanthohumol) und stickstoffhaltige Verbindungen enthalten. Im Laborversuch erwies sich Xanthohumol als krebshemmend und so gibt es Bestrebungen, den Gehalt in Bieren zu erhöhen.

Hinweis

Nicht anwenden während der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern unter zwölf Jahren!

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Hopfen! Die Frischpflanze kann Allergien auslösen!

Hopfen sollte nicht zusammen mit anderen Beruhigungs- oder Schlafmitteln und nicht mit Alkohol eingenommen werden. Es dauert einige Tage, bis sich die Effekte bemerkbar machen. Hopfen wirkt also nicht sofort.

Bei Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten oder immer wieder kehren wird empfohlen, den Arzt aufzusuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de