Hamamelis – Heilpflanze bei Durchfall und Juckreiz

Die Heilpflanze Zaubernuss wirkt bei kleinen Wunden, Insektenstichen und Krampfadern heilend. Als Tee zubereitet helfen getrocknete Hamamelisblätter bei Zahnfleisch- oder Mundschleimhautentzündungen.

Zaubernuss Hamamelis © GNU, CC
Bei der Zaubernuss handelt es sich um einen bis zu 7 Meter hohen Strauch. Er ähnelt dem Haselnussstrauch, ist sommergrün mit wechselständig angeordneten Blättern. Die kleinen gelben Blüten erscheinen kurz vor oder nach dem Blätterabwurf im Herbst. Sie wachsen aus den Blattachseln. Die Früchte bilden sich erst im nächsten Sommer und bilden eiförmige, holzige, Kapseln.

Die in Europa zu Zierzwecken angepflanzte "spätblühende Zaubernuss" blüht im frühen Frühjahr, bringt aber keine reifen Früchte hervor. Medizinisch verwendet werden die Blätter und die Rinde.

Deutscher Name
: Hamamelis
Botanischer Name: Hamamelis virginiana
Familie: Hamamelisgewächse (Hamamelidaceae)
Herkunft: Nordamerika

Anwendungsgebiete von Hamamelis

Zaubernuss Hamamelis © GNU, CCHamamelis, Zaubernuss, Blätter und Blüten
Im pharmazeutischen Bereich: Zubereitungen aus der Zaubernuss wirken adstringierend (zusammenziehend), blutstillend, entzündungshemmend und Juckreiz mildernd.

Im Bereich Kosmetika:
  • Rasier- und Gesichtswässer
  • Deos
  • Hautpflegeprodukte

Dosierung und Anwendung von Hamamelis

Hamamelisrinde:
Zirka 2 Gramm zerkleinerte, getrocknete Hamamelisrinde mit 150 Milliliter Wasser kalt ansetzen, zum Sieden erhitzen und 10 bis 15 Minuten kochen, heiß abseihen.

Hamamelisblätter:
Zirka 2 Gramm zerkleinerte, getrocknete Hamamelisblätter mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen. Bei Durchfallerkrankungen 2- bis 3-mal täglich eine Tasse Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Bei Zahnfleisch- oder Mundschleimhautentzündungen mehrmals täglich mit dem frisch bereiteten, abgekühlten Tee spülen.

Hamameliswasser:

Für Umschläge 1:3 mit Wasser verdünnt mehrmals täglich anwenden.

Wirkungen

Medizinisch verwendet werden die Rinde und die Blätter. Die Rinde enthält vor allem Gerbstoffe vom Tannin-Typ. Daneben weniger ätherisches Öl und Flavonoide als die Blätter. Diese liefern vorwiegend Gerbstoffe vom Catechin-Typ und bis zu 0,5% ätherisches Öl.

Hinweis

Empfindliche Personen können bei Einnahme von Hamamelis-Extrakten Magenreizungen bekommen, bei äußerlicher Anwendung allergische Hautreaktionen.

Nicht gleichzeitig mit anderen Medikamenten einnehmen! Die Gerbstoffe der Pflanze können die Aufnahme anderer Medikamente im Darm behindern. Deshalb zwischen der Einnahme zwei Stunden Abstand einhalten!

Während Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne Anraten des Arztes innerlich anwenden!

Durchfälle im Säuglings- oder Kleinkindalter sollten vom Arzt behandelt werden!

Bei Durchfällen, die länger als 3 bis 4 Tage anhalten oder mit starken Beschwerden einhergehen, ist ein Arzt aufzusuchen!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de