Fenchel – Heilpflanze bei Blähungen und Magenkrämpfen

Die Heilpflanze Fenchel wird als Tee oder ätherisches Öl bei Augenlidentzündungen, Husten und Erkrankungen der Atemwege angewendet. In der Kinderheilkunde wird Fenchel – als Fencheltee oder Fenchelhonig zubereitet – zur Behandlung von Blähungen und Verdauungsbeschwerden angewendet.

Fenchelblüten © Thinkstock
Beim Fenchel unterscheidet man zwei Unterarten: der scharf schmeckende Wildfenchel, auch Esels- oder Pfefferfenchel (ssp. piperitum) genannt, und der Gartenfenchel (ssp. vulgare). Vom Gartenfenchel existieren drei Varietäten: der Gemüsefenchel (var. azoricum), der Süßfenchel (var. dulce) und der Bitterfenchel (var. vulgare). Der Wildfenchel ist eine mehrjährige, zum Teil bis über 2m hoch wachsende Pflanze mit meist fleischig verdickter Grundachse (Fenchel-"Knolle"). Die Stängel sind oben verästelt und treiben Blattbüschel und Blütenstängel. Die Blüten sind gelb, in großen Dolden ohne Hüllblätter.
Fenchelknolle © ThinkstockFenchelblüten und Fenchelknolle
Der Gartenfenchel (ssp. vulgare) ist meist einjährig und wird nur bis zu 50 Zentimeter hoch. Medizinisch verwendet werden die Früchte des Bitterfenchels und das daraus gewonnene ätherische Öl. Die Früchte des Süßfenchels werden als Gewürz verwendet.

Deutscher Name: Fenchel
Botanischer Name: Foeniculum vulgare
Familie: Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Blütezeit: Juli bis Oktober
Herkunft: Ursprünglich war der Fenchel im Mittelmeerraum beheimatet. Allerdings findet man die Pflanze mittlerweile auch in Europa, Asien und in Teilen Südamerikas und in Afrika.

Anwendungsgebiete von Fenchel

Fenchel gehört wegen seines Geschmacks zu den verbreitetsten Heilkräutern.

Fenchel findet Anwendung bei:
  • Magen-Darm-Problemen, wie Magenkrämpfe, Blähungen
  • Augenlidentzündungen
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Husten
  • Milchbildung bei stillenden Müttern

Dosierung und Anwendung von Fenchel

Tee:
1-2 Teelöffel Fenchelfrüchte (etwa 2-5 Gramm) zerstoßen, mit zirka 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen und den Aufguss 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. 2- bis 4-mal täglich eine frisch zubereitete Tasse Tee warm zwischen den Mahlzeiten trinken. Bei Verdauungsstörungen 2 Tassen Tee ungesüßt nach den Mahlzeiten trinken. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann der Tee auch zum Verdünnen von Milch oder Brei gegeben werden.

Weitere Anwendungen:
Äußerlich für Waschungen bei Augenlidentzündungen, am besten mit Hilfe der "Augenbadewanne" (in der Apotheke erhältlich). Zur Keimabtötung den Tee vorsichtshalber kurz (1-2 Minuten) aufkochen und etwas abkühlen lassen. Stets frisch zubereiten!

Wirkungen

Heilkräftig sind die reifen Fenchelfrüchte (Foeniculi fructus). Die Früchte des Bitterfenchels enthalten ein ätherisches Öl, das zu etwa 70% aus Anethol und 15% Fenchon, das für den bitteren Geschmack verantwortlich ist, besteht. Die heilenden Kräfte verdanken die Früchte ihrem ätherischen Öl (vor allem Anethol). Desweiteren sind in den Früchten fettes Öl, Phenolcarbonsäuren, Cumarine, Flavonoide und antioxidativ wirkende Verbindungen enthalten.

Das ätherische Öl wirkt schleimlösend und auswurffördernd auf die Atemwege und hemmt ein bakterielles Keimwachstum. An den Verdauungsorganen wirkt es krampflösend und blähungstreibend. Fencheltee und Fenchelhonig werden vor allem in der Kinderheilkunde zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Atemwegserkrankungen angewandt. Fenchelhonig wird aus Zusatz von Fenchelextrakten zu Honig hergestellt, es gibt aber auch Qualitäten, die nur einen Zusatz von Fenchelöl verwenden. Reines Fenchelöl sollte bei Säuglingen und Kleinkindern nicht angewendet werden.

Medizinisch verwendete Sorten stammen ausschließlich aus Kulturen, da Wildsorten sich meist durch einen hohen Estragolgehalt auszeichnen. Dieser darf nämlich nur maximal 5% betragen, da eine krebserzeugende Wirkung der Substanz nicht ausgeschlossen werden kann.

Hinweis

Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Fenchel!
Es können allergische Reaktionen der Haut und der Atemwege auftreten.

Fenchelöl nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern anwenden!
Reines Fenchelöl kann auch bei Säuglingen und Kleinkindern akute Atemnot und Erregungszustände hervorrufen. Die Anwendung von Tee, Fenchelhonig oder Präparaten mit ähnlich niedrigem Gehalt an ätherischen Öl ist jedoch unbedenklich.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Gewürze und Kräutertees, die Estragol und/oder Methyleugenol enthalten, nicht in größeren Mengen über längere Zeiträume einzunehmen. Dies gilt besonders für Kinder und Schwangere. Pflanzen, die Estragol und/oder Methyleugenol enthalten, sind beispielsweise: Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras, Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte.

Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche dauern oder immer wieder kehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist ein früher Arztbesuch ratsam.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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