Faulbaum – Heilpflanze bei Verstopfung und Hämorrhoiden

Die Rinde der Heilpflanze Faulbaum wird bei Verstopfung und bei Problemen mit Hämorrhoiden angewendet. Die Früchte, die Blätter sowie die frische Rinde sind giftig. Um Übelkeit, Erbrechen und Koliken zu vermeiden, muss die Rinde mindestens ein Jahr gelagert werden, bevor Sie verarbeitet werden kann.

Faulbaumbeeren © GNU, CC
Der Faulbaum ist ein dornenloser Strauch, der 1 bis 3 Meter hoch wird und eine graubraune Rinde besitzt. Die unscheinbaren, in Trugdolden stehenden Blüten bringen kugelige Früchte hervor, die sich bis zur Reife schwarzviolett färben. Die frische Rinde, die Früchte sowie die Blätter sind giftig!

Deutscher Name
: Faulbaum
Botanischer Name: Rhamnus frangula (Giftpflanze!)
Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Blütezeit: zwischen Mai und Juni
Herkunft: Europa, Nordamerika, Klein- und Westasien

Anwendungsgebiete von Faulbaum

Faulbaum © GNU, CCBlüten und Früchte von Faulbaum
Medizinisch verwendet wird die vor der Blüte gesammelte und getrocknete Rinde. Damit es nicht zu Übelkeit, Erbrechen, Koliken und blutigen Durchfällen kommen kann, muss die Rinde mindestens ein Jahr gelagert werden. Durch die Trocknung und Lagerung gehen bestimmte Stoffe der Pflanze in Antrachinon- und Dianthronderivate über. Diese Verbindungen wirken abführend, indem sie die Magen-Darm-Passage beschleunigen und eine Zunahme des Wassergehalts des Stuhls (stuhlerweichend) bewirken.

Dosierung und Anwendung von Faulbaum

Tee:
2 Gramm fein zerkleinerte, getrocknete Faulbaumrinde (etwa ein halber Teelöffel) mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen. Morgens und/oder abends eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. Da auch eine geringere Dosierung ausreichend wirksam sein kann, ist die Dosis zu nehmen, bei der ein weichgeformter Stuhl erhalten wird!

Anwendungsdauer: Nicht länger als eine Woche anwenden, da es sonst zu Darmträgheit kommen kann. Trinken Sie ausreichend, wenn Sie Faulbaum-Extrakte einnehmen.

Wirkungen

Die Rinde enthält bis zu 7% Anthranoide, besonders Glucofrangulin A und B, Frangulin A und B, sowie Frangulaemodin. Diese sind an Zuckermoleküle gebunden. Die Anthranoide gelangen, gebunden an die Zuckermoleküle, in den Dickdarm und werden erst dort von bakteriellen Enzymen in ihre aktiven Formen umgewandelt. Diese greifen an Ionenkanälen in der Darmschleimhaut an und hemmen so die Aufnahme von Wasser und Salzen. Dadurch kommt es zu einer verstärkten Darmfüllung, einem Dehnungsreiz auf die Darmwand und einer schnelleren Beförderung des Darminhaltes.

Hinweis

Pflanzenextrakte aus Faulbaumrinde nicht anwenden bei: Darmverschluss, entzündlichen Erkrankungen des Darms, Bauchschmerzen unbekannter Ursache, Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren.

Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B. Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmitteln (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Nach der Einnahme kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden und gelblich oder rotbraun verfärbtem Urin kommen.

Abführmittel sollten nicht länger als eine Woche verwendet werden. Bei längerfristigem Gebrauch kann es durch die Wasser- und Salzverluste, insbesondere Kalium, wieder zu Verstopfung, Nierenschädigung, Muskelschwäche und Störungen der Herzfunktion kommen.

Trinken Sie ausreichend, wenn Sie Faulbaum-Extrakte einnehmen.

Vergiftung:

Eine Vergiftung ist gekennzeichnet durch Übelkeit, Erbrechen, kolikartigen Bauchschmerzen und blutige Durchfälle. Wenden Sie sich an den: Giftnotruf, pdf
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de