Einführung

Heilpflanzen sind beliebt, rund 60 Prozent der Deutschen setzen laut einer Allensbach-Umfrage auf naturheilkundliche Arzneimittel. Blätter, Blüten, Rinde, Früchte, Pilze und Wurzel wurden von den Menschen bereits seit Jahrtausenden für die Gesundheit genutzt. In den alten Heilkunde-Schriften von Babylon, Indien und China wurden zahlreiche Heilpflanzen genannt, ihre Wirkung und Anwendung beschrieben.

Frau riecht an Blume © Thinkstock

Heilpflanzen - Geschichte

„Ötzi“, die 5300 Jahre alte Gletschermumie, hatte in der Gürteltasche einen speziellen Heilpilz, der gegen Magenbeschwerden verwendet wird. Im Mittelalter beschäftigten sich Mönche und Nonnen mit der Zucht von Heilpflanzen und verfassten zahlreiche Bücher zu diesem Thema.

Ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts untersuchten zahlreiche wissenschaftliche Studien die Wirkung von Heilpflanzen. Es stellte sich heraus, dass viele der Heilpflanzen über potente Inhaltsstoffe verfügen: etwa Arnika, Baldrian, Hamamelis und Johanniskraut, um nur einige zu nennen. Die Weidenrinde beispielsweise lieferte den Ausgangsstoff für gängige Arzneimittel. Sie enthält Salicylsäure, die gegen Schmerzen und Fieber wirkt. Chemisch nachgebaut und modifiziert wurde daraus Acetylsalicylsäure – die Basissubstanz für viele Schmerzpräparate.

Heilpflanzen - Definition

Geht es um Heilpflanzen, sollten die wichtigsten Begriffe jedoch geklärt werden: Eine Heilpflanze (auch Drogenpflanze, Giftpflanze und Arzneipflanze genannt) ist eine Pflanze, die wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen für medizinische Zwecke verwendet werden kann. Eine pflanzliche Droge ist wiederum eine Arznei, die aus rohen oder zubereiteten Pflanzenteilen besteht. Die Pharmazie nutzt vor allem pflanzliche Drogen als natürliche Rohstoffe. Die Inhaltsstoffe der Drogen werden mit Hilfe der Extraktion oder anderer Verfahren zur Arzneimittelherstellung verwendet. Auf diese Weise kann die Substanzmenge im Heilpflanzen-Arzneimittel standardisiert werden.

Das pflanzliche Ausgangsmaterial ist in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe nämlich sehr unterschiedlich. Schließlich kommt es darauf an, wie Klima, Boden und Erntezeitpunkt beschaffen sind. Manche Inhaltsstoffe kann man als Hauptwirkstoff der Pflanze ausmachen, andere Stoffe können die Wirkung modifizieren. Die wichtigsten Wirkstoffe von Heilpflanzen sind ätherische Öle, Alkaloide, Flavonoide, Glycoside, Bitterstoffe, Gerb- und Schleimstoffe. Manche Wirkungen von Heilpflanzen sind nicht einzelnen Stoffen, sondern der Summe verschiedener Substanzen zuzusprechen.

Heilpflanzen gibt es unter anderem in folgenden typischen Arzneiformen

Pflanzliches Mittel © ThinkstockPflanzliches Mittel: Baldrian
  • Tee (loser Tee aus getrockneten Heilkräuterteilen, Filterbeutel oder Instanttee)
  • Tabletten, Filmtabletten, Kapseln, Dragees
  • Pulver
  • Tropfen
  • Saft (Frischpflanzenpresssaft, Frischpflanzendestillat)
  • Tinktur
  • Öle zum Inhalieren
  • Salben, Cremes, Hautöle
  • Lutschbonbons
  • Mundspüllösungen
  • Zäpfchen
  • Bäder
Die Ansicht, Heilpflanzen seien harmlose und milde Präparate, ist nicht richtig: Es kann zu schädlichen Wechselwirkungen führen, wenn neben einem Heilpflanzen-Präparat andere Medikamente eingenommen werden. Darüber hinaus kann die Einnahme beispielsweise zu allergischen Reaktionen führen. Wer Heilpflanzenprodukte über einen längeren Zeitraum nutzt, sollte das mit seinem Arzt absprechen.

Einige Pflanzen, die ursprünglich wichtige Heilkräuter waren, zählen heute zu den Genussmitteln (etwa Tee, Kaffee oder Tabak), den Gewürzen (zum Beispiel Pfeffer, Zimt, Basilikum) oder zu Nahrungsmitteln (Apfel, Zitrusfrüchte).
Info
Die Informationen im Heilpflanzen-Lexikon geben nur einen allgemeinen Überblick über die Verwendung gebräuchlicher Heilpflanzen. Sie ersetzen keinesfalls eine Beratung durch den Arzt, Ihre Apotheke oder den Heilpraktiker. Eine sinnvolle Therapie ist nur unter Berücksichtigung aller individuellen Besonderheiten, zum Beispiel Art und Dauer der Beschwerden, Begleiterkrankungen und dergleichen möglich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.02.2015
  • Autor/in: Vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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