Eiche – Heilpflanze bei Hauterkankungen und Hämorrhoiden

Die getrocknete Rinde der Heilpflanze Eiche wird bei entzündlichen Erkrankungen der Haut und Juckreiz im Genital- oder Analbereich angewendet. Auch bei akuten oder unspezifischen Durchfallerkrankungen kommt Eiche zum Einsatz. Angewendet wird sie als Tee, Mundspül- oder Gurgellösung oder Umschläge.

Eiche auf einer Wiese © Thinkstock
Die Stieleiche ist ein bis zu 50 Meter hoher Baum mit mächtiger Krone und knorrigen Ästen. Der Stamm kann bis über 1,5 Meter dick werden. Die anfänglich glatte Rinde wird graubraun und besitzt eine rissige Borke. Charakteristisch sind auch die buchtig gelappten Blätter und die länglich-eiförmig zugespitzten Früchte mit den Fruchtkappen (Eicheln). Medizinisch verwendet wird die Rinde von im Frühjahr gesammelten jungen Zweigen und Stockausschlägen.

Deutscher Name
: Eiche
Botanischer Name: Quercus robor
Familie: Buchengewächse (Fagaceae)
Blütezeit: April bis Mai
Herkunft: Europa, Kaukasus und Kleinasien

Anwendungsgebiete von Eiche

Eiche © GNU, CCBlüten, Blätter und Früchte von Eiche
Verwendet wird die getrocknete junge Rinde der Eiche, die reich an Gerbstoffen ist. Zubereitungen aus der Eichenrinde werden äußerlich verwendet bei: Innerlich genommen werden sie eingesetzt bei:
  • akuten, unspezifischen Durchfallerkrankungen (zum Beispiel Reisedurchfall)

Dosierung und Anwendung von Eiche

Tee:
1 Gramm fein zerkleinerte, getrocknete Eichenrinde (1 Teelöffel entspricht etwa 3 Gramm) wird mit 150 Milliliter kaltem Wasser angesetzt, kurz aufgekocht und nach einigen Minuten abgeseiht. Bei Durchfallerkrankungen dreimal täglich eine Tasse frisch bereiteten Tee trinken. Anwendungsdauer: 3 bis 4 Tage.

Spül- und Gurgellösung, Umschläge:
Zwei knappe Esslöffel zerkleinerte, getrocknete Eichenrinde (etwa 10 Gramm) werden mit 500 Milliliter kaltem Wasser angesetzt, 15 bis 20 Minuten gekocht und abgeseiht. Die abgekühlte, unverdünnte Abkochung mehrmals täglich als Mundspül- oder Gurgellösung oder für Umschläge verwenden. Die Abkochung muss täglich frisch bereitet werden! Anwendungsdauer: Nicht länger als 2 bis 3 Wochen anwenden.

Sitz-, Teil- oder Vollbäder:
500 Gramm getrocknete Eichenrinde mit 4 bis 5 Liter kaltem Wasser ansetzen, 15 bis 20 Minuten sieden lassen und durchseihen. Die abgekühlte Brühe einem Vollbad zugeben. Bei Teil- oder Sitzbädern wird entsprechend weniger verwendet (ca. 5g Eichenrinde auf einen Liter Wasser). Die Bäder können anfangs täglich, später zwei- bis dreimal wöchentlich angewendet werden. Badezeit: 15 bis 20 Minuten, Badetemperatur: 32 bis 37 Grad Celsius (körperwarm). Nach dem Bad keine Seife verwenden! Anwendungsdauer: Nicht länger als 2 bis 3 Wochen anwenden.

Wirkungen

Die Eichenrinde ist sehr gerbstoffreich. Sie enthält zwischen 8 und 20% Gerbstoffe vom Catechin-Typ, zum Beispiel Catechin und Epicatechin. Daneben gibt es Ellagitannine und komplexe Tannine. Die Eichenrindengerbstoffe (Tannine) wirken zusammenziehend (adstringierend), austrocknend und im Laborversuch auch hemmend auf das Wachstum von Viren. Die Gerbstoffe verändern die Struktur von Eiweißen in der Haut. Dadurch verfestigen sich die oberen Gewebsschichten. Als Folge werden kleine Blutgefäße abgedichtet, Bakterien können schlechter eindringen und Nervenreize in der Haut werden abgeschwächt. Es ergibt sich ein entzündungshemmender, blutstillender, Juckreiz mindernder und antibakterieller Effekt.

Hinweis

Eichenrinden-Vollbäder sind prinzipiell nicht anzuwenden bei nässenden, großflächigen Hautverletzungen, Ekzemen oder anderen großflächigen Hautschäden. Abzuraten sind die Bäder auch bei fieberhaften Erkrankungen, Herzschwäche und Bluthochdruck.

Aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts können empfindliche Menschen bei der Einnahme der Auszüge mit Magenbeschwerden wie Übelkeit reagieren.

Eichenrinden-Extrakte sollten nicht zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen werden, da deren Aufnahme im Darm beeinträchtigt werden kann.

Während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht ohne Anraten des Arztes innerlich anwenden!

Durchfälle im Säuglings- oder Kleinkindalter sollten prinzipiell vom Arzt behandelt werden! Bei Durchfällen, die länger als 3 bis 4 Tage anhalten oder mit starken Beschwerden einhergehen, ist ein Arzt aufzusuchen!

Die Anwendungsdauer ist bei innerlicher Einnahme auf 3 bis 4 Tage, bei äußerlicher Anwendung auf 2 bis 3 Wochen zu beschränken!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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