Beinwell – Heilpflanze bei Verletzungen

Die Heilpflanze Beinwell wird – als getränkte Kompresse oder Breizubereitung – bei Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und Knochenbrüchen angewendet. Der Wirkstoff Allantoin fördert Wundheilung und Geweberegeration. Da Beinwell große Mengen giftiger Substanzen enthalten kann, werden ausschließlich Fertigarzneien verwendet.

Beinwellblüten © Thinkstock
Der Beinwell ist eine mehrjährige, weißborstig behaarte, bis zu 1,5 Meter hoch wachsende Staude mit rübenartiger schwarzer Pfahlwurzel. Die glockenförmigen Blüten sind rotviolett oder gelbweiß. Medizinisch verwendet werden das Kraut und die frische oder getrocknete Wurzel.

Deutscher Name
: Beinwell
Botanischer Name: Symphytum officinale
Familie: Borretschgewächse, Rauhaargewächse (Boraginaceae)
Blütezeit:
Mai bis Juli
Herkunft: Europa, Beinwell ist erst im Mittelalter aus dem Osten (Kleinasien, Westsibirien) nach Europa gelangt

Anwendungsgebiete von Beinwell

Beinwellstrauch © ThinkstockBeinwellstrauch mit Blüten
Die in Wurzel und Kraut des Beinwell enthaltenen Allantoine lösen die Wundsekrete auf und regen das Zellwachstum und damit die Heilung an.

Aber Vorsicht:
Alle Pflanzenteile enthalten zum Teil beträchtliche Mengen an toxischen Substanzen. Bei innerer Anwendung können sie die Leber schädigen und sogar Krebs erregen. Deshalb darf Beinwell nur äußerlich angewandt werden. Schwangere sollten immer erst ihren Arzt fragen, bevor sie dieses Heilkraut einsetzen.

Dosierung und Anwendung von Beinwell

Der Gehalt an toxischen Pyrrolizidinalkaloiden variiert stark von Pflanze zu Pflanze. Daher sollten nur Fertigarzneimittel in Form von Salben, Pasten oder anderen äußerlich anzuwendenden Zubereitungen verwendet werden. Für diese Zubereitungen ist ein Höchstgehalt an Pyrrolizidinalkaloiden vorgeschrieben, wobei man die Tagesmenge von 0,1 Milligramm nicht überschreiten darf. Die in der Packungsbeilage genannte Dosierungsempfehlung darf nicht überschritten werden!

Für die äußerliche Anwendung (warme Umschläge):
Man setzt im Verhältnis 1:10 fein geschnittene Beinwellwurzel mit kochendem Wasser an und lässt den Sud zirka 10 Minuten ziehen. Dann abseihen und mit dem Auszug Gazekompressen tränken und diese als Umschläge verwenden.

Breizubereitung:
Beinwellwurzel-Pulver wird im Verhältnis 1:10 mit warmem Wasser zu Brei angerührt und hautwarm als Umschlag auf die verletzte Stelle gelegt. Es gibt auch zahlreiche Fertigpräparate (vor allem Salben). Diese sind häufig kombiniert mit ätherischen Ölen von Kiefer, Lavendel, Johanniskraut, Ringelblume, wodurch die Heilwirkung noch verbessert wird.

Wirkungen

Die Hauptwirkstoffe wie Allantoin (ein Harnsäurederivat), Alkaloide (Symphytin), Schleimstoffe, Gerbstoffe und ätherisches Öl findet man hauptsächlich in der Beinwellwurzel (Symphyti radix). Das Allantoin fördert die Wundheilung und die Regeneration des Gewebes. Zubereitungen aus Beinwellwurzel fördern die Kallusbildung. Breiumschläge sind ein hervorragendes Heilmittel bei allen Prellungen, Verrenkungen, Quetschungen, Blutergüssen und Knochenhautentzündungen.

Hinweis

Wegen möglicher Nebenwirkungen der Alkaloide (leberschädigend, krebserregend) ist von der innerlichen Anwendung ausdrücklich abzuraten.

Nicht länger als 4 bis 6 Wochen pro Jahr anwenden!

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anwenden!

Nicht bei verletzter Haut anwenden! Die Anwendung auf intakter Haut sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Nicht innerlich anwenden (steht im Verdacht bei Langzeitanwendung Venenthrombosen zu fördern!)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de