Bärentraubenblätter – Heilpflanze bei Harnwegsinfekten

Die Blätter der Heilpflanze Bärentraube werden als Tee bei unkomplizierten Harnwegsinfekten angewendet. Die Bärentraubenblätter haben eine antibakterielle Wirkung und können so bei Entzündungen der Harnwege oder Blasenentzündung die Beschwerden lindern.

Bärentraube © Thinkstock
Die Bärentraube ist ein niedrig wachsender, kriechender Strauch mit rotbraunen Ästen. Die Blätter sind immergrün, ledrig, 3 Zentimeter lang und besitzen eine netzartige Nervatur an der Blattunterseite. Die rötlich-weißen Blüten sind krugförmig und stehen zu 3 bis 10 Blüten in traubenartigen Blütenständen. Die Früchte sind beerenartig und leuchtend rot. Die Pflanze steht in Deutschland unter Artenschutz.

Verwechslungen können mit anderen Vertretern der Heidekrautgewächse auftreten: z.B. Preisel-, Rausch- oder Heidelbeere, Buchs oder Wintergrün. Medizinisch verwendet werden die Blätter.

Deutscher Name
: Bärentraube
Botanischer Name: Arctostaphylos uva-ursi
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Blütezeit: je nach Höhenlage von März bis Juli
Herkunft: Von der Iberischen Halbinsel über ganz Mitteleuropa bis hin zu Skandinavien, in Sibirien, Altai, Himalaja und in Nordamerika

Anwendungsgebiete von Bärentraubenblätter

Bärentraube © GNU, CCStängel von Bärentraube
Die Bärentraube wird verwendet bei: Die Blätter der Bärentraube besitzen antibakterielle Effekte in den ableitenden Harnwegen und werden als Tee zur unterstützenden Behandlung bei Entzündungen der Harnwege oder bei akuter Blasenentzündung eingesetzt. Der hohe Gerbstoffgehalt der Bärentraubenblätter kann zu Magen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen führen. Daher wird die Zubereitung des Tees mit kaltem Wasser (Kaltmazerat) empfohlen.

Dosierung und Anwendung von Bärentraubenblätter

Tee:
1 gehäufter Teelöffel (2 Gramm) auf 150 Milliliter Wasser über Nacht kalt ansetzen (Kaltmazerat). Somit gehen die magenbelastenden Gerbstoffe weniger in die Lösung über. 3- bis 4-mal täglich eine Tasse des angewärmten Tees trinken. Die Tagesdosis sollte 10 Gramm betragen.

Wirkungen

Die heilkräftige Wirkung befindet sich hauptsächlich in den Blättern der Bärentraube. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten Arbutin (Hydrochinon-Glykosid), Gerbstoffe und Iridoid-Bitterstoffe. Die antibakterielle Wirkung wird dem Arbutin beziehungsweise seinen Stoffwechselprodukten zugeschrieben, aus denen im Harn Hydrochinon abgespaltet wird. Die Blätter sollten möglichst einen hohen Gehalt an Arbutin aufweisen und gleichzeitig einen niedrigen Gehalt an freiem Hydrochinon besitzen. Daher wird empfohlen, die Blätter im Dezember oder Januar zu ernten und schnell zu trocknen. Eine vegetarische Ernährung unterstützt den Heilerfolg.

Hinweis

Das aus Arbutin entstehende Hydrochinon besitzt in höherer Dosierung eine leberschädigende Wirkung und steht im Verdacht erbgutverändernde oder möglicherweise sogar krebserzeugende Wirkungen zu haben.

Daher keine Anwendung:
  • während Schwangerschaft und Stillzeit!
  • bei Kindern unter 12 Jahren!
  • bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen, Blut im Harn, Fieber oder gleichzeitig auftretenden Rückenschmerzen
  • Nicht länger als eine Woche und öfter als 5 mal pro Jahr ohne ärztlichen Rat!
Wenn durch die Einnahme keine erhebliche Besserung der Beschwerden innerhalb von einigen Tagen auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden!

Bei magenempfindlichen Personen können Übelkeit und Erbrechen hervorgerufen werden.

Die antibakterielle Wirksamkeit von Bärentraubenblätterzubereitungen wirkt nur bei alkalischem Harn! Dies sollte durch Diät erreicht werden: Also viel Gemüse und Milchprodukte, kein Fleisch, keine Weißmehlprodukte oder Zucker essen!

Bei der Behandlung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig, um eine gute Durchspülung der Harnwege zu erreichen.

Die Einnahme arbutinhaltiger Arzneimittel kann zu grünen bis blaugrünen Verfärbungen des Harns führen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de