Anis – Heilpflanze für Atemwege und Verdauung

Die getrockneten Früchte der Heilpflanze Anis sind vor allem als Gewürz bekannt. Das ätherische Öl der Anisfrüchte wirkt krampflösend – als Tee zubereitet wird Anis daher gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl eingesetzt. Bei einer Erkältung wirkt der Tee schleimlösend. Außerdem unterstützt Anistee die Milchbildung.

Sternanis © vitapublic/Thinkstock
Anis wird bis zu 50 Zentimeter hoch und ist eine einjährige Pflanze. Die Früchte sehen eiförmig aus, sind graugrün bis -braun gefärbt und fein behaart. Sie haben einen süßlichen Geschmack und riechen charakteristisch.

Die getrockneten Früchte werden medizinisch verwendet. In der Lebensmittel- und Likörindustrie wird Anis zur Aromatisierung eingesetzt. Anisfrüchte können leicht mit den giftigen Schierlingsfrüchten verwechselt werden. Da sie jedoch heutzutage überwiegend aus Kulturen gewonnen werden, sind Verunreinigungen sehr selten.

Deutscher Name
: Anis
Botanisch: Pimpinella anisum
Familie: Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Blühzeit: Juli bis August
Herkunft: Mittelmeergebiet

Anwendungsgebiete von Anis

Anis © ThinkstockAnispflanze mit Blüten
In der Lebensmittel- und Likörindustrie wird es als Geschmackkorrigens, z.B. bei Ouzo, Pernod, Bonbons und im Haushalt als Gewürz verwendet.

Dosierung und Anwendung von Anis

Tee:
Ein halber Teelöffel (etwa 1,5 Gramm) getrocknete Anisfrüchte kurz vor der Teebreitung zerstoßen. Mit zirka 150 Milliliter kochendem Wasser übergiessen. Den Sud zugedeckt 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und durch ein Teesieb geben. Bei Erkrankungen der Atemwege trinkt man jeweils abends und morgens eine Tasse frisch bereiteten Tee. Bei Verdauungsbeschwerden nimmt man mehrmals täglich einen Esslöffel ein.

Tipp:
Lassen Sie sich zu Dosierung und Auswahl der geeigneten Präparate und Tees in der Apotheke beraten!

Wirkungen

Das ätherische Öl in den Früchten wirkt schleimlösend und hilft daher bei Husten und Schnupfen. Bei Blähungen und Völlegefühl wirkt es krampflösend.
Das Öl besteht zu 80 bis 95% aus trans-Anethol und zu 0,3 bis 0,4% aus cis-Anethol. Daneben ist 2 bis 3% Estragol (Methychavicol) enthalten. In den Früchten sind außerdem fettes Öl, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide zu finden.

Hinweis

Nicht anwenden bei bekannter Empfindlichkeit gegenüber Anis, Anethol oder anderer Doldengewächse (Gewürz-, Beifuß-, Sellerie-, Karottenallergie)!

Allergische Reaktionen der Haut, der Atemwege und des Magen-Darm-Traktes. Bei akuten Beschwerden, die über eine Woche anhalten oder immer wieder auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das ätherische Öl nicht unverdünnt einnehmen, da schon kleine Mengen zu Erbrechen, Übelkeit oder einem Lungenödem führen können.
Nicht äußerlich anwenden!

Anisöl enthält Bergapten, das in Verbindung mit Sonnenlicht zu Dermatosen führen kann. Außerdem ist die Sicherheit bei äußerlicher Anwendung unklar.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Gewürze und Kräutertees, die Estragol und/oder Methyleugenol enthalten, nicht in größeren Mengen über längere Zeiträume einzunehmen.

Bei Kindern, sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit gilt besondere Vorsicht. Als Beispiele werden hier genannt: Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras sowie Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.12.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de