Angelikawurzel – Heilpflanze für Magen und Darm

Die Heilpflanze Angelikawurzel – auch Engelswurz – wird zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Aus dem Wurzelstock wird ein Tee zubereitet. Die im Angelikawurzeltee enthaltenen Bitterstoffe und ätherischen Öle lindern die Beschwerden bei leichten Magen-Darmstörungen, Völlegefühl, Blähungen und Appetitlosigkeit.

Angelikawurzel im Freien © GNU, CC
Die kräftige, bis zu 2,50 Meter hoch wachsende Staude wächst in den nördlichen Teilen Europas und Asiens. In Mitteleuropa wurde sie erst ab dem 14. Jahrhundert bekannt. Der Sage nach wurde sie dem Menschen von einem Engel gezeigt, was sich auch im Namen niederschlug (Angelus = Engel) und galt als Heilmittel gegen Pest und bösen Zauber.

Deutscher Name: Angelikawurzel oder Engelwurz
Botanischer Name: Angelica archangelica L.
Familie: Doldengewächse (Apiaceae = Umbelliferae)
Herkunft: Gemäßigte Zonen Europas und Asiens

Anwendungsgebiete der Angelikawurzel

Angelikawurzel © ThinkstockAngelikawurzel, Blüten und Blätter
Medizinisch verwendet wird der Wurzelstock. Für die Früchte oder das Kraut ist die Wirksamkeit nicht belegt. Aufgrund des Gehaltes an Bitterstoffen und ätherischem Öl werden Zubereitungen aus der Engelwurz vor allem verwendet bei:
  • leichten Magen- und Darmstörungen
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
In der Likörindustrie wird sie zur Herstellung von Magenbittern und Kräuterlikören verwendet.

Dosierung und Anwendung der Angelikawurzel

Tee:
Ein halber Teelöffel fein geschnittener Engelwurz (ca. 1,5 Gramm) wird mit 150 Milliliter Wasser kalt angesetzt und kurz aufgekocht oder mit siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten eine Tasse mäßig warmen Tee trinken.

Tagesdosis:
Getrocknete Wurzel: 4,5 Gramm
Fluidextrakt (1:1): 1,5-3 Gramm
Tinktur (1:5): 1,5 Gramm
Ätherisches Öl: 10-20 Tropfen

Hinweis

Nicht anwenden bei Magen- oder Darmgeschwüren, da die Engelwurz die Säureproduktion anregt. Während der Behandlung längere Sonnenbäder und intensive UV-Bestrahlung vermeiden!

Die in der Pflanze enthaltenen Furanocumarine bewirken u.a. eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut und können zu Hautentzündungen führen (Photosensibilisierung). Furanocumarine sind schlecht wasserlöslich und daher vor allem in alkoholischen Zubereitungen in höherer Konzentration enthalten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2015
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994
  • Schwester Bernardines große Naturapotheke, H. Lichtenstein, J. Volak, J. Stodola, Mosaik-Verlag, 1983
  • www.heilpflanzen-katalog.de
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