Aloe vera – Heilpflanze für Haut und Verdauung

Die Heilpflanze Aloe vera ist für die Behandlung von Hauterkrankungen bekannt. Als Gel aufgetragen, wirkt Aloe vera entzündungshemmend und schmerzlindernd und wird bei entzündlichen Hauterkrankungen, Verbrennungen und Sonnenbrand eingesetzt. Eingedickter Aloe-Saft wirkt abführend und hilft so gegen Verstopfungen.

Aloe Vera Pflanze © vitapublic/Thinkstock
Die Curacao-Aloe bildet wie die Kap-Aloe dickfleischige, bis zu 50 Zentimeter lange Blätter in dichten Rosetten. Am Blattrand sitzen zwei Millimenter große Zähne in regelmäßigen Abständen. Der Blütenstand kann bis zu einem Meter hoch werden. Die gelben Blüten sitzen in Trauben. Der Saft der Blätter ist honigfarben.

Je nach Herstellungsart gewinnt man aus dem Saft die als Abführmittel verwendete Aloe (Eindampfen des Blattsaftes) oder das vor allem in der Kosmetikindustrie verwendete Aloe vera Gel (Auspressen und Abfiltrieren der geschälten Blätter). Alle wild wachsenden Aloe-Arten unterstehen dem Artenschutz!

Deutscher Name:
Aloe vera
Botanischer Name:
Aloe barbadensis Mill
Familie:
Liliengewächse (Asphodelaceae / Liliaceae)
Herkunft:
Ursprünglich stammt Aloe wahrscheinlich aus dem Sudan und der arabischen Halbinsel. Heute findet man die Pflanze im gesamten südlichen Mittelmeergebiet, in Asien, Nordafrika und im Nahen Osten.

Anwendungsgebiete von Aloe vera

Dosierung und Anwendung von Aloe vera

Aloe Ast © ThinkstockAst der Aloe
Als Saft:
Als Einzeldosis wird abends eine Menge entsprechend 10mg Hydroxyanthracen-Derivate eingenommen. Die maximale Tagesdosis beträgt der Menge entsprechend 40mg Hydroxyanthracen-Derivate. Die Menge sollte ausreichen, um einen weich geformten Stuhl zu erhalten.

Als Gel:
Das Gel wird drei bis fünf mal täglich großzügig auf die Haut aufgetragen. Verwendet werden sollte ein frisch zubereitetes Gel oder ein entsprechend stabilisiertes, im Handel erhältliches Präparat.

Innerlich:

In der Volksmedizin wird die innerliche Anwendung von Aloe vera Gel zur Behandlung verschiedener Erkrankungen empfohlen. Die Wirksamkeit und Sicherheit ist bisher jedoch nicht belegt, so dass eine innerliche Anwendung nicht empfohlen werden kann.

Wirkungen von Aloe-Saft und Aloe vera Gel

Als Abführmittel: Eingedickter Aloe-Saft
Der Saft enthält Dihydroxyanthracenderivate, die stark stimulierend auf den Dickdarm wirken. Die abführende Wirkung wird durch eine Volumenzunahme des Darminhaltes und dadurch bedingter verstärkter Darmtätigkeit bewirkt. Die Darmentleerung tritt nach 8 bis 12 Stunden ein!

Aloe vera Gel
Neuere, meist patentierte Herstellungsverfahren sollen die Herstellung eines Gels ermöglichen, das nahezu frei von Anthrachinonen ist. Das Gel enthält vor allem Wasser und Polysaccharide sowie andere Verbindungen, z.B. Salicylsäure, eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanz. In der Kosmetikindustrie wird das Gel vor allem als Feuchtigkeitsspender in Salben und Cremes eingesetzt.

Anwendungshinweise

Aloe-Saft:
Nicht während Schwangerschaft, Stillzeit oder während der Menstruation anwenden!

Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!

Nicht anwenden bei Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!

Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B. Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen, nicht anspricht!

Nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!

Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts führt insbesondere zu Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zur Obstipation, so dass eine Abhängigkeit entstehen kann. Anthrachinone stehen außerdem im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.

Bei anhaltender Verstopfung, Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich! Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B. Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmitteln (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Während der Behandlung kann eine Rotfärbung des Harns auftreten, die jedoch unbedenklich ist.

Aloe vera Gel:
Nicht während der ersten Wochen nach einer Dermabrasion oder einem chemischen Peeling auf der Haut anwenden! Aloe vera Gel sollte nicht innerlich angewendet werden, da die Wirksamkeit nicht belegt ist und es möglicherweise Anthrachinonverbindungen enthalten kann.

In Einzelfällen kann es zu Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Personen, bei denen eine Überempfindlichkeit gegenüber Liliaceen-Arten bekannt ist, sollten Aloe vera nicht anwenden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Heil-Pflanzen Lexikon, H. Braun und D. Frohne, Gustav Fischer Verlag, 6. Aufl., 1994