Anthroposophische Therapien

Neben anthroposophischen Arzneimitteln kennt die Anthroposophische Medizin einige weitere Therapieverfahren: beispielsweise die anthroposophische Kunsttherapie, die Heileurythmie, die rhythmische Massage oder Öldispersionsbäder.

Anthroposophische Kunsttherapie

In der Anthroposophischen Medizin geht man davon aus, dass Menschen, die sich mit Kunst auseinandersetzten, sich auch mit Gefühlen, Gedanken und inneren Kräften auseinandersetzten. Sie finden so neue Wege, mit sich selbst und mit ihrem Umfeld umzugehen. Auf diese Weise können sie laut Meinung der Anthroposophen auch neue Wege entdecken, um mit Krankheiten fertig zu werden. Welche Art der Kunst bei der Therapie zum Einsatz kommt, ist deshalb zweitrangig. Die Patienten erschaffen Kunstwerke aus Ton, Holz oder Stein, sie malen, formen oder arbeiten mit Musik, Sprache oder Bewegung. Kunsttherapie gehört laut Anthroposophischer Lehre zur ganzheitlichen Behandlung eines Patienten.

Heileurythmie

Die Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie, bei der Laute der Sprache in Bewegungen umgewandelt werden. Sie wurde von den Gründern der Anthroposophischen Medizin Rudolf Steiner und Ita Wegmann entwickelt. Die beiden gingen davon aus, dass jeder Laut und somit jede Bewegung Vorgänge im menschlichen Organismus beeinflussen. Laut Steiners Lehre kann man somit mit bestimmten Bewegungen der Heileurythmie auf bestimmte Organe einwirken.

Zudem sind die Anhänger der Anthroposophischen Medizin der Meinung, dass die Bewegungen der Heileurythmie auf alle Ebenen des menschlichen Körpers wirken. Sie sollen die bei Krankheiten gestörte Balance dieser Ebenen wiederherstellen. Anthroposophische Ärzte setzen die Heileurythmie zur Behandlung vieler verschiedener Erkrankungen, sowie auch in der Nachsorge und präventiv ein.

Rhythmische Massage

Ita Wegman entwickelte auch die rhythmische Massage, ein weiteres Therapieverfahren der Anthroposophischen Medizin. Im Gegensatz zu klassischen Massagetechniken wird hier weniger mit Druck gearbeitet. Entscheidend ist laut der Anhänger der Anthroposophischen Medizin vielmehr der Massagerhythmus, der dem Rhythmus des menschlichen Organismus entsprechen und einen Sog auf Muskeln, Sehen und Bänder ausüben soll.

Die rhythmische Massage wird von anthroposophischen Ärzten beinahe aller Fachrichtungen bei vielen verschiedenen Erkrankungen angewandt, etwa bei Schlafstörungen, Erkrankungen der inneren Organe oder Gelenkproblemen.

Öldispersionsbäder

Bei Öldispersionsbädern werden Wasser und Öl fein zerstäubt. Dadurch, so die anthroposophische Lehre, können bei einem Bad kleine Öl-Wasser-Tröpfchen in die Haut eindringen, sich in tieferen Hautschichten ablagern und in die Blutbahn gelangen. So bleibt, nach Meinung der Anhänger der Methode, die Wärme des Bades länger erhalten und der Wärmehaushalt des Patienten normalisiert sich. Das wiederum soll sich positiv auf das Immunsystem auswirken. Öldispersionsbäder werden in der Anthroposophischen Medizin sehr vielfältig eingesetzt – beispielsweise bei Hautkrankheiten und Entzündungen, aber auch bei Rheuma und psychischen Erkrankungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte Deutschlands: http://www.gaed.de/
  • Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland: http://www.damid.de/
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