Anthroposophische Arzneimittel

Anthroposophische Arzneimittel werden auch heute noch nach den Vorgaben Rudolf Steiners hergestellt. Verwendet werden dabei vor allem natürlich vorkommende Rohstoffe: Mineralien, Metalle, Pflanzen oder tierische Produkte. Beispiele sind etwa Quarz, Kupfer, Silber, Zaunrübe, Mistel oder Schlangengift. Aber auch viele weitere Rohstoffe kommen zum Einsatz.

Anhänger der anthroposophischen Lehre sind der Meinung, dass Mittel aus solchen natürlichen Substanzen die aus dem Lot geratenen Körperebenen wieder in Einklang bringen können. Dies geschieht laut Anthroposophischer Medizin auf der Grundlage dessen, dass der Mensch in evolutionärer Verwandtschaft zu Naturprozessen steht und die natürlichen Stoffe deshalb spezifische Heilkräfte besitzen.

Anthroposophische Medikamente gibt es in vielen verschiedenen Darreichungsformen. Von homöopathischen Globuli über Tabletten, Säften, Tees und Tropfen bis hin zu Gelen und Salben: Die Anthroposophische Medizin geht davon aus, dass je nach Krankheitsbild spezielle Arzneiformen besonders gut wirken.

Die Herstellung anthroposophischer Arzneien

Auch die Herstellungsverfahren in der Anthroposophischen Pharmazie sind sehr unterschiedlich. Sie richten sich vor allem nach der Krankheit, die mit dem Arzneimittel behandelt werden soll. Ein Beispiel: Mit Pflanzenextrakten, die kalt extrahiert wurden, werden Erkrankungen behandelt, die in der Anthroposophischen Medizin als „kalt“ bezeichnet werden. Ausgekochte Pflanzenextrakte dagegen werden eingesetzt, wenn Organe im Bauchraum betroffen sind, die als „warm“ gelten.

Ein weiteres Beispiel für ein spezielles Herstellungsverfahren in der Anthroposophischen Pharmazie ist die Potenzierung von Metallen über Heilpflanzen. Dabei werden Pflanzen mit metallhaltigen Zubereitungen gedüngt, geerntet und kompostiert. Die nächste Generation der Pflanzen wird mit dem so entstandenen Kompost gedüngt. Dieses Verfahren wird noch einmal wiederholt und anschließend aus der nächsten Generation der Pflanzen eine Tinktur hergestellt. Eine auf diese Weise entstandene Tinktur aus Melisse und Kupfersalzen soll laut Anthroposophischer Medizin beispielsweise gegen Magen-Darm-Krämpfe helfen.

Erstattung anthroposophischer Arzneimittel

Nichtverschreibungspflichtige Medikamente werden von den gesetzlichen Krankenkassen seit 2004 nicht mehr erstattet. Darunter fallen auch anthroposophische und homöopathische Medikamente.

Es gibt jedoch Ausnahmen von dieser Regel. Bei Kindern unter zwölf Jahren können auch nichtverschreibungspflichtige Medikamente von den Krankenkassen übernommen werden. Auch bei schwerwiegenden Krankheitsbildern – zum Beispiel bei Krebs – sind nichtverschreibungspflichtige Medikamente erstattungsfähig.

Immer wieder wurde zum Beispiel darüber gestritten, ob Krankenkassen Mistelpräparate der Anthroposophischen Medizin bei Krebsleiden bezahlen müssen. Im November 2011 gab es nun ein Gerichtsurteil des Bundessozialgerichtshofs, das es dem Gemeinsamen Bundesausschuss erlaubt, die Erstattung von Mistelpräparaten auf die palliative Behandlung zu beschränken. Das bedeutet, eine Misteltherapie wird künftig nicht mehr von den Krankenkassen getragen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte Deutschlands: http://www.gaed.de/
  • Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland: http://www.damid.de/
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