Anthroposophische Medizin

Die Anthroposophische Medizin versteht sich nicht als Alternativmedizin. Ihre Anhänger möchten die Schulmedizin mit ihren konventionellen Methoden nicht ersetzen, sondern um ihre eigenen geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse erweitern. Diese gehen zurück auf Rudolf Steiner und Ita Wegman, die Begründer der Anthroposophischen Medizin.

Mistelzweig mit Frucht © ThinkstockMistel

Entstehung von Krankheiten in der Anthroposophischen Lehre

In der Anthroposophie wird der Mensch in seiner Gesamtheit betrachtet. Laut der Lehrmeinung spielt nicht nur der Körper sondern drei weitere Organisationsebenen – Leben, Seele und Geist – eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten. Rudolf Steiner nennt diese vier Ebenen: den physischen Leib, den ätherischen Leib, den astralischen Leib und den Ich-Leib. Erkrankungen entstehen nach Meinung der Anhänger der Theorie dann, wenn diese Ebenen, die Wesensglieder, nicht mehr ungestört zusammenwirken und ein Ungleichgewicht entsteht.

Krankheiten können laut der ursprünglichen Karma- und Reinkarnationslehre von Rudolf Steiner jedoch auch dann entstehen, wenn im Vorleben bestimmte Ereignisse eingetreten sind oder Charaktereigenschaften vorherrschend waren. Zum Beispiel soll Lügenhaftigkeit im Vorleben für Fehlbildungen innerer Organe verantwortlich sein.

Diagnose und Therapie in der Anthroposophischen Medizin

Zur Diagnosestellung betrachten anthroposophische Ärzte nicht nur die Symptome des Patienten, sondern beispielsweise auch seine Lebensumstände, seine Biografie und Krisen. Gemeinsam mit dem Patienten überlegen sie dann, welche Therapie für ihn sinnvoll ist. Deshalb wird in der Anthroposophischen Medizin immer wieder betont, dass Krankheiten nur individuell behandelt werden, feste Behandlungsschemata gibt es nicht. Außerdem soll die Eigenverantwortung des Patienten eine große Rolle spielen, ebenso wie das enge Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Dieses enge Verhältnis wird der Schulmedizin abgesprochen.

Impfungen

In die Kritik gerät die Anthroposophische Medizin unter anderem immer wieder, weil sie Impfungen sehr kritisch gegenübersteht. Sie vertritt die Meinung, dass durchstandene Krankheiten Körper und Geist stärken. Zum Teil geht man in der anthroposophischen Lehre sogar so weit, dass die Überwindung einer Erkrankung – beispielsweise von Masern im Kindesalter – als die Entwicklung zu etwas Höherem, als Neugeburt und Neustrukturierung des Leibes verstanden wird. Anthroposophische Ärzte betonen jedoch immer wieder, keine strikten Impfgegner zu sein, sondern eine individuelle Impfentscheidung fördern zu wollen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Christina Wiener, Medizinredakteurin
  • Quellen: Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte Deutschlands: http://www.gaed.de/
  • Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland: http://www.damid.de/
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